Der Bitcoin-Kurs ist nun seit 126 Tagen in einer Baisse und verzeichnete letzte Woche einen Kursrückgang von 52 % gegenüber seinem Allzeithoch von 126.000 Dollar. Reicht dies aus, um zu behaupten, dass der zyklische Bärenmarkt beendet ist?
Bereits das Ende des Bärenmarktes für Bitcoin?
In einem zyklischen Bärenmarkt für den Bitcoin-Preis sind zwei Aspekte zu berücksichtigen:
- Der Preisaspekt, der Drawdown und die Struktur des Bärenmarktes;
- Der zeitliche Aspekt, d. h. die Gesamtdauer des Bärenmarktes, bevor eine zyklische Haussephase einsetzt.
Natürlich wechselt der Markt nicht direkt von einer Abwärtsphase in eine neue Aufwärtsphase. Die Vergangenheit von Bitcoin zeigt jedes Mal, dass es eine lange, mehrere Monate andauernde Akkumulationsphase gab, d. h. den Aufbau einer technischen Basis, um auf sehr gesunde Weise wieder nach oben zu steigen.
Befinden wir uns bereits in dieser seitlichen Akkumulationsphase? Aus Sicht des Drawdowns und der dreistufigen Abwärtsstruktur ist dies möglich, doch aus zeitlicher Sicht ist dies noch unwahrscheinlich, da 126 Tage noch etwas zu kurz sind.
Trotz allem deuten zahlreiche technische Instrumente und Ansätze darauf hin, dass ein Bitcoin-Preis zwischen 50.000 und 60.000 Dollar eine mittel- bis langfristige DCA-Chance darstellt?
Beim Dollar-Cost-Averaging (DCA) wird in regelmäßigen Abständen schrittweise ein fester Betrag investiert, unabhängig vom Preis. Dieser Ansatz ermöglicht es, den Einstiegspreis zu glätten, die Auswirkungen der Volatilität zu verringern und vor allem emotionale Entscheidungen zu vermeiden, die in Bärenmärkten besonders häufig vorkommen.
Auf Bitcoin angewendet, kommt DCA in Phasen fortgeschrittener Kursrückgänge voll zur Geltung, wenn Pessimismus vorherrscht und die langfristigen Indikatoren in den Bereich der technischen Überverkauftheit gelangt sind. Historisch gesehen waren Bereiche zwischen –50 % und –70 % Drawdown gegenüber dem vorherigen Höchststand oft sehr günstige Akkumulationszonen für geduldige Anleger.
Aus quantitativer Sicht ordnen die Modelle der logarithmischen Regression und der Preisquantile den Bereich von 50.000 bis 60.000 Dollar derzeit in die unteren Bänder der relativen Bewertung ein, was mit einer Phase zyklischer Unterbewertung vereinbar ist.
Diese Niveaus entsprechen zudem früheren wichtigen Unterstützungslinien, die während der vorangegangenen Expansionsphase gebildet wurden, was ihre technische Glaubwürdigkeit untermauert.
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Tiefststand der letzten Woche bei 60.000 Dollar der endgültige Tiefpunkt des Bärenmarktes ist, und es ist durchaus möglich, dass dieses Niveau in den kommenden Monaten erneut erreicht wird. Demgegenüber beschreiben die meisten langfristigen BTC-Prognosemodelle, wie beispielsweise das auf dem Potenzgesetz (Power Law) basierende Quantile-Modell, den Bereich von 50.000 bis 60.000 Dollar als eine Zone, in der eine DCA-Strategie eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, langfristig erfolgreich zu sein.
Schließlich bleibt der zeitliche Aspekt entscheidend. Bärenmärkte bei Bitcoin verliefen selten schnell. Sie zeichnen sich meist durch einen Wechsel aus technischen Erholungen, frustrierenden Seitwärtsphasen und späten Kapitulationen aus und dauerten im Durchschnitt 12 Monate, was uns eher auf den kommenden September/Oktober hindeutet. Gerade in diesem Kontext der Geduld kommt dem DCA seine volle Bedeutung zu, da es ein Engagement ermöglicht, ohne den perfekten Tiefpunkt in Bezug auf Preis und Zeit vorhersagen zu wollen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Bereich zwischen 50.000 und 60.000 Dollar zwar nicht garantiert, dass der Bärenmarkt vorbei ist, aber für mittel- und langfristige Anleger eine konsistente Zone für schrittweises Aufstocken des Bestands darstellt.