Der Prozess gegen Keonne Rodriguez, den Mitbegründer von Samourai Wallet, endete mit einer Verurteilung zu fünf Jahren Haft. Ihm wurde vorgeworfen, mit seinem Kryptowährungs-Mixer kriminelle Aktivitäten begünstigt zu haben.
Keonne Rodriguez im Fall Samourai Wallet verurteilt
Keonne Rodriguez wurde verurteilt, weil er einen Kryptowährungs-Mixer betrieben hatte, über den Millionen Dollar an Geldern aus kriminellen Aktivitäten gewaschen wurden.
Die Ermittlungen ergaben, dass Keonne Rodriguez sich der Nutzung seiner Plattform bewusst war. Der Prozess drehte sich jedoch um eine zentrale Frage: Kann man eine Person, die eine dezentrale Plattform anbietet, zur Verantwortung ziehen, wenn diese von Kriminellen genutzt wird?
Die Antwort lautet „Ja“ für den Richter, der die Verantwortung von Keonne Rodriguez nachdrücklich betonte:
Sein Unternehmen präsentierte sich als Dienstleister für die kriminelle Welt. Er hat buchstäblich kriminelles Geld gewaschen. Es gibt keinerlei Anerkennung für das menschliche Leid, das durch den Angeklagten begünstigt wurde.
Kein Sam Bankman-Fried
Die Verteidigung von Keonne Rodriguez hob hervor, dass der Mann sich schuldig bekannt und sein Fehlverhalten eingeräumt habe. Sein Anwalt erklärte zudem, dass es Rodriguez nicht darum gegangen sei, sich übermäßig zu bereichern oder Nutzer zu täuschen, im Gegensatz zu Sam Bankman-Fried im FTX-Fall:
Er lebte in einem 250.000-Dollar-Haus in Harmony, Pennsylvania, im Gegensatz zu SBF. Er ist Ingenieur. Er ist ein herzlicher Mann, der seiner Familie sehr verbunden ist.
Für den Richter trägt Keonne Rodriguez jedoch die Verantwortung, da er nicht ignorieren konnte, wofür die Samourai Wallet genutzt wurde. Zudem stellte er einen direkten Zusammenhang zwischen Kryptowährungen und kriminellen Netzwerken her:
Die Welt der Kryptowährungen ist ein gefundenes Fressen für Kriminelle. Opfer sehen ihr Leben durch Hacker ruiniert. Kriminelle verschleiern die Erlöse aus ihren Straftaten und entziehen sich den Strafverfolgungsbehörden. [Keonne Rodriguez] räumt dies nicht ein.
5 Jahre Haft für den Mitbegründer von Samourai Wallet
Keonne Rodriguez wurde daher zu 5 Jahren Haft verurteilt, der im Prozess geforderten Höchststrafe. Zudem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Dollar zahlen. Seine Haftstrafe beginnt am kommenden 19. Dezember. Der Richter fiel in seinem Urteil besonders streng aus:
Sie handelten mit moralischen Scheuklappen. Sie mögen zwar Fremden gegenüber wohlwollend sein, doch wenn diese zu Opfern werden, entscheiden Sie sich dafür, Ihr beträchtliches Talent einzusetzen, um deren Entschädigung zu erschweren.
Dieser Fall erinnert an den von Tornado Cash, einem weiteren Kryptowährungs-Mixer. Dessen Gründer Roman Storm wurde kürzlich für schuldig befunden, die Höhe des Strafmaßes wurde ihm jedoch noch nicht mitgeteilt.