Seit Beginn der Militäraktionen der USA und Israels gegen den Iran am Samstag, dem 28. Februar, stehen risikoreiche Anlagen an der Börse unter Druck, insbesondere der Aktienmarkt. Überraschenderweise ist der Bitcoin-Kurs jedoch um 10 % gestiegen. Entdecken Sie in dieser Analyse von Vincent Ganne fünf logische Erklärungen für diese Outperformance.
Bitcoin bleibt trotz des Konflikts stabil
Erinnern Sie sich zunächst an das Kursverhalten von Bitcoin zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs in der Ukraine am 24. Februar 2022. Der BTC hatte in den vier Wochen nach dem Einmarsch in die Ukraine einen Anstieg von über 30 % verzeichnet, bevor er schließlich wieder in den zyklischen Bärenmarkt zurückfiel, der sich im Jahr 2022 entwickelt hatte.
Die aktuelle Situation mag ähnlich erscheinen, da der Konflikt Ende Februar 2026 ausgebrochen ist und der Bitcoin-Kurs sich vermutlich in dem zyklischen Bärenmarkt befindet, der durch den 4-Jahres-Zyklus beschrieben wird.
Wiederholt Bitcoin gerade dieses Muster eines „Dead Cat Bounce“? Das ist durchaus möglich, doch hier sind auch fünf weitere, logischere Erklärungen, die die Ursache für die aktuelle Outperformance von BTC darstellen
- Der Kompromiss, der zwischen den Banken und den Krypto-Akteuren hinsichtlich der Rendite von Stablecoins unmittelbar bevorsteht (bis Ende März), dürfte es endlich ermöglichen, dass der Clarity Act im US-Senat verabschiedet wird. Diese neue US-Krypto-Regulierung wird die Grundlage für den nächsten Bullenlauf bilden;
- Vor Beginn des Konflikts betrug der Drawdown von BTC seit seinem ATH bereits 50 %, es war also im Gegensatz zum Aktienmarkt deutlich überverkauft;
- Der Rückgang auf 60.000 hatte eine Phase der Kapitulation der Käufer ausgelöst, die nahe an den historischen Werten für das Ende eines Abwärtstrends lag (siehe SOPR);
- Seit Beginn der Militäroperationen am 28. Februar dominierten gehebelte Short-Positionen deutlich; der Markt verhält sich oft konträr, um die Stop-Loss-Aufträge der Mehrheit auszulösen, in diesem Fall also die der Verkäufer;
- Schließlich liegt Bitcoin zwischen 60.000 und 70.000 auf dem Niveau seiner durchschnittlichen Produktionskosten pro BTC; historisch gesehen ist dies eine Stabilisierungszone für den Markt
Betrachtet man die Marktdaten, so bestätigen mehrere Indikatoren diese Einschätzung. Die Finanzierungssätze bei den Perpetual-Kontrakten waren seit Beginn der Krise insgesamt neutral oder sogar negativ, was bedeutet, dass Leerverkäufer die spekulative Positionierung weitgehend dominierten.
In einer solchen Konstellation reicht oft schon ein selbst geringfügiger Preisanstieg aus, um eine Reihe von Glattstellungen von Short-Positionen auszulösen, was zu einem „Short Squeeze“ führt, der den Preisanstieg automatisch verstärkt.
Parallel dazu zeigen On-Chain-Daten, dass der Markt bereits eine klassische Kapitulationsphase durchlaufen hat. Der SOPR-Wert (Spent Output Profit Ratio), der misst, ob Anleger ihre Bitcoins mit Gewinn oder Verlust verkaufen, ist kürzlich in den negativen Bereich gefallen.
Historisch gesehen entsprechen solche Phasen oft den Endphasen einer Abwärtsbewegung, wenn die letzten schwachen Anleger kapitulieren und mit Verlust verkaufen. Sobald diese Bereinigung abgeschlossen ist, wird der Markt strukturell stabiler.
Schließlich liefert auch die Analyse der Produktionskosten des Bitcoin-Netzwerks einen wichtigen Einblick. Verschiedenen Modellen zufolge liegen die durchschnittlichen Kosten für das Mining eines Bitcoins derzeit in einem Bereich zwischen 60.000 und 70.000 Dollar.
In früheren Zyklen hat der BTC-Preis sehr oft eine Untergrenze in der Nähe dieses Niveaus gefunden, da ein anhaltender Verkauf unterhalb dieser Schwelle einen Teil der Miner in Schwierigkeiten bringen und das Angebot auf dem Markt schrittweise verringern würde.
Mit anderen Worten: Trotz eines sehr angespannten geopolitischen Umfelds profitiert Bitcoin heute von einer besonderen Konstellation: einem bereits bereinigten Markt, einer übermäßig bärischen spekulativen Positionierung und einer historisch soliden technischen Zone. Diese Kombination erklärt, warum es dem BTC wider Erwarten derzeit gelingt, dem Sturm zu trotzen.