Nach mehr als vier Jahren Pause hat die Federal Reserve diskret wieder mit Liquiditätsspritzen begonnen.
Im Jahr 2025 wurden bereits 128 Milliarden Dollar über „Overnight Repos” wieder in das Bankensystem eingespeist. Ein starkes Signal, das das Interesse an Bitcoin wiederbeleben könnte.
Die diskrete Rückkehr der Gelddruckmaschine der Federal Reserve
Im Jahr 2025 hat die Fed eindeutig ihren geldpolitischen Kurswechsel eingeleitet: Der Leitzins sank von 5,5 % im Juli auf 4 % im Oktober. Die Märkte rechnen nun mit einer weiteren Senkung um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 10. Dezember, wobei die Wahrscheinlichkeit laut CME auf über 80 % geschätzt wird.
Der wirtschaftliche Abschwung bestärkt die Anleger in dieser Überzeugung. Der Verbraucherpreisindex (VPI) bleibt jedoch stabil bei 3 % und damit weiterhin über dem Zielwert von 2 %, was eine Beibehaltung der vorsichtigen und weiterhin restriktiven Geldpolitik rechtfertigen könnte.
Nachdem die US-Notenbank (Fed) ihre Geldspritzen seit Juni 2020 eingestellt hatte, öffnete sie 2025 diskret die Liquiditätsschleusen.
Seit Jahresbeginn wurden über „Overnight Repo”-Geschäfte 128 Milliarden Dollar in das Bankensystem gepumpt, ein seit den Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Jahr 2020 noch nie dagewesenes Niveau.

Das jüngste Beispiel: Am 1. Dezember wurden 13,5 Milliarden Dollar hinzugefügt, eine der größten Transaktionen seit der COVID-Krise.
Einige Tage zuvor wurden am 28. November 11,25 Milliarden Dollar und am 31. Oktober 29,4 Milliarden Dollar zugeführt.
Overnight Repurchase Agreements (oder Overnight-Repos) sind sehr kurzfristige Kredite, mit denen die Federal Reserve vorübergehend Liquidität in das Finanzsystem pumpt.
Konkret kauft sie Schatzpapiere von einer Bank oder Institution mit der Vereinbarung, dass diese ihr am nächsten Tag zu einem etwas höheren Preis zurückverkauft werden. Diese Transaktionen zielen in erster Linie darauf ab, die kurzfristigen Zinssätze zu stabilisieren, insbesondere wenn die Nachfrage nach Liquidität stark ansteigt. Durch die Zuführung dieser Liquidität verhindert die Fed, dass die Interbankenzinsen zu stark ansteigen, was zu einer Kreditverknappung und Spannungen an den Märkten führen könnte. Mit anderen Worten: Repos zielen nicht direkt darauf ab, die langfristigen Anleihezinsen zu senken (wie es die quantitative Lockerung tun würde), sondern einen plötzlichen Anstieg der kurzfristigen Zinsen zu verhindern. Dieser Mechanismus ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Liquidität der Märkte, insbesondere in Zeiten monetärer Instabilität oder restriktiver Politik.
Kann der Bullenlauf für Bitcoin wieder aufgenommen werden?
Dieser Zufluss von mehreren Dutzend Milliarden an Liquidität könnte durchaus als Katalysator für risikoreiche Anlagen wirken, insbesondere für Bitcoin, das derzeit unter der Marke von 100.000 Dollar notiert.
Die Erwartungen einer weiteren Zinssenkung durch die Fed haben den Kurs des BTC innerhalb von 24 Stunden von 86.000 auf 93.000 Dollar getrieben, was einem Anstieg von fast 8 % entspricht.
Historisch gesehen hat BTC immer gut auf Phasen einer akkommodierenden Geldpolitik reagiert, getragen von seiner digitalen Knappheit und dem Zufluss von Kapital auf der Suche nach Rendite.
Während die Märkte bereits eine Zinssenkung im Dezember erwarten, könnte diese stille Wiederaufnahme der Geldschöpfung das Interesse an Bitcoin als alternativer Wertanlage wiederbeleben.