Am Montag verursachte die AWS-Störung Probleme bei Coinbase, Circle und sogar bei den von MetaMask verwendeten Standard-APIs. Ein Überblick über diese Situation, die philosophische Fragen zur Dezentralisierung aufwirft.
Mehrere Krypto-Anwendungen fallen nach dem AWS-Vorfall aus
Am Montag kam es bei Amazon Web Services (AWS) zu einem mehrstündigen Ausfall, der mehrere Anwendungen im Internet lahmlegte.
Auch im Kryptobereich waren einige Dienste betroffen, darunter die Plattformen Robinhood, Venmo (Tochtergesellschaft von PayPal) und Coinbase. Um den Fall Coinbase etwas näher zu erläutern: Auch wenn derzeit alles wieder normal zu laufen scheint, hatten Kunden am Montagabend gegen 19:30 Uhr Pariser Zeit weiterhin Probleme:
Wir sind uns bewusst, dass Kunden aufgrund anhaltender Probleme mit AWS viele wichtige Funktionen von Coinbase, wie z. B. den Handel und Überweisungen, nicht nutzen können.
Auch bei Circle kam es zu Ausfällen, und zwar bei den Circle Mint-APIs, bei Zahlungen und bei Inter-Blockchain-Transfers.
Noch auffälliger war, dass die APIs von Infura Probleme beim Zugriff auf mehrere Blockchains und Layer 2 verursachten, nämlich:
- Ethereum;
- Polygon;
- OP Mainnet;
- Arbitrum;
- Linea;
- Base;
- und Scroll.
Auch wenn dies kein Hindernis für die Nutzung der betroffenen Netzwerke darstellt, sind mehrere Blockchain-Anwendungen, allen voran die Wallet MetaMask, standardmäßig mit den RPCs von Infura verbunden. Der Support von MetaMask hatte seine Community gestern aufgrund von Problemen bei der Kontaktaufnahme mit dem Support nach dem Ausfall von AWS dazu aufgefordert, den Discord-Server von Consensys zu nutzen.
Bei der Wallet ist zu beachten, dass es möglich ist, die Standard-RPCs für jede Blockchain zu ändern, und dass Websites wie ChainList zahlreiche alternative RPC-Adressen bereitstellen können.
Um eine RPC-Adresse in MetaMask zu ändern, gehen Sie über die Netzwerkselektionsschnittstelle vor:

Ein Problem der Zentralisierung
Auch wenn dieser Ausfall keine schwerwiegenden Folgen für das Ökosystem hatte, wirft er dennoch philosophische Fragen auf. Denn obwohl das Krypto-Ökosystem oft wegen seines dezentralen und unzensierbaren Charakters hervorgehoben wird, erinnert dies einmal mehr daran, dass nicht alle Akteure den gleichen Ansatz in Bezug auf Dezentralisierung verfolgen.
Vor zwei Jahren haben wir in einem Artikel über die Situation von Ethereum ein Jahr nach dem Merge bereits auf die Überrepräsentation von AWS beim Hosting von Knoten auf Ethereum hingewiesen.
Tatsächlich ist eine Blockchain wie Ethereum relativ schwer zu speichern, was bedeutet, dass mehr Ressourcen als bei anderen Netzwerken wie Bitcoin (BTC) erforderlich sind, um einen eigenen Knoten zu Hause zu hosten. Ein Kompromiss kann dann gefunden werden, indem Speicherplatz auf Cloud-Lösungen wie AWS oder Google gemietet wird, aber diese einfache Lösung erfordert, dass man auf Dezentralisierung verzichtet.