Die aktuellen regulatorischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten haben das Unternehmen Circle (USDC) schnell zum regulatorischen Vorreiter im Bereich der Stablecoins gemacht. Ein begehrter Status, der es derzeit einem intensiven Wettbewerb durch seine Hauptkonkurrenten aussetzt.
Circle sieht sich „intensiver” Konkurrenz gegenüber
Trotz seiner Position als ewiger Zweiter im Stablecoin-Sektor setzt sich das Unternehmen Circle mit einer Entwicklungsstrategie durch, die sich von der seiner Konkurrenten unterscheidet. Diese Logik wurde kürzlich bei seinem Börsengang im Juni dieses Jahres, der bei Investoren sehr beliebt war, erneut bestätigt.
Gleichzeitig hat sich seine Flaggschiff-Stablecoin USDC seit der Verabschiedung des GENIUS Act schnell einen führenden Platz auf dem US-Markt gesichert, der sich in einem regulatorischen Umbruch befindet. Eine traumhafte Gelegenheit, sich gegenüber seinem ewigen Rivalen Tether durchzusetzen, dessen USDT es deutlich schwerer hat, die Aufsichtsbehörden zu überzeugen.

Ein Spiel, das auf den ersten Blick schon gewonnen schien, wenn die Versprechen zur Entwicklung des Stablecoin-Marktes nicht die Karten in diesem Sektor neu gemischt hätten. Denn der Wettbewerb ist so hart, dass er kürzlich einen erbitterten Wettstreit ausgelöst hat, als die dezentrale Plattform Hyperliquid bekannt gab, dass sie einen Emittenten für ihren zukünftigen Stablecoin USDH sucht.
Dies war für die Analysten der Investmentbank JPMorgan Anlass, sich mit dem von ihnen als „intensiv” bezeichneten Wettbewerb zu befassen, der die marktbeherrschende Stellung von Circle ins Wanken bringen könnte.
Insgesamt gesehen tauchen mit der bevorstehenden Umsetzung der neuen US-Gesetzgebung zu Stablecoins neue Akteure auf dem US-Markt auf, die sich darauf vorbereiten, Marktanteile zu gewinnen, sich einen Liquiditätsvorteil zu verschaffen und die Dominanz von Circle in Frage zu stellen.
JPMorgan
USDC durch USAT und USDH bedroht?
Laut den Analysten von JPMorgan scheint die aktuelle Situation für Circle recht unangenehm zu sein. Grund dafür ist der harte Wettbewerb durch seinen Hauptkonkurrenten Tether, der mit einem regulierungskonformen Stablecoin namens USAT in den US-Markt einsteigen will.
Gleichzeitig könnte auch die angekündigte Einführung der nativen Stablecoin der dezentralen Plattform Hyperliquid USDH ein großes Problem darstellen. Denn deren Handelsgeschäfte machen derzeit schätzungsweise etwa 7,5 % der Gesamtnutzung seiner Stablecoin USDC aus.
Eine Gleichung, zu der die Analysten von JPMorgan noch einige Fintechs wie Robinhood und Revolut hinzufügen, die derzeit aktiv die Möglichkeit prüfen, ihre eigenen Stablecoins auf den Markt zu bringen.
Könnte die Einführung der eigenen Blockchain Arc durch Circle, die speziell für den USDC entwickelt wurde – nach dem Vorbild der Stable-Version von Tether – diesen angekündigten Wettbewerbsschock abmildern? Das ist alles andere als sicher, angesichts dessen, was einige Analysten als unnötige Komplikation in einem ohnehin schon schwer zu verstehenden Umfeld bezeichnen.
Die Analysten von JPMorgan schränken jedoch ein, dass es sich bei diesem Kampf um Marktanteile im Stablecoin-Sektor um ein reines „Nullsummenspiel” handeln könnte, bei dem der Gewinn eines Teilnehmers genau dem Verlust eines anderen entspricht, wenn sich der Kryptowährungsmarkt nicht gleichzeitig deutlich weiterentwickelt.