Jeder Bullenmarkt im Zusammenhang mit Kryptowährungen basiert auf mehr oder weniger saisonalen oder nachhaltigen Themen – auch Narrative genannt –, die die Wertentwicklung beliebter Token vorantreiben. Eine Tatsache, die das Jahr 2025 durch ihre rasche Abfolge geprägt hat, sodass sich daraus einige wesentliche Erkenntnisse ableiten lassen.
Zu viele Narrative töten das Narrativ
Würde man die bisherigen Bullenmärkte im Kryptowährungssektor auf das Wesentliche reduzieren, ließe sich dies mit den Initial Coin Offerings (ICO) im Jahr 2018 und den NFTs im Jahr 2021 zusammenfassen. Doch was war dann das Narrativ des Jahres 2025, als der Bitcoin-Kurs erstmals die 125.000-Dollar-Marke überschritt?
Eine Frage, die vom X-Account „Tiger Research“ aufgeworfen wurde und die nicht so einfach zu beantworten scheint – zum einen aufgrund des offensichtlichen Mangels an Abstand, zum anderen aber auch, weil diese letzte Phase offenbar wie nie zuvor auf einer Abfolge verschiedener Themen beruhte.
Kurzfristige Spekulations-Euphorien, die so weit gingen, dass „die Aufmerksamkeit des Marktes bereits auf das nächste Narrativ überging, noch bevor das vorherige richtig verarbeitet worden war“. Und man kann wohl sagen, dass in diesem Bereich die Memecoins in den ersten Monaten des Jahres schnell zum Trend und damit zum Motor der Instabilität wurden.
Das grundlegende Problem besteht darin, dass sich die meisten dieser Narrative als einmalige Ereignisse herausgestellt haben. Sie haben kurzfristig Aufmerksamkeit auf sich gezogen, ohne Strukturen aufzubauen, die sich zu echten Sektoren entwickeln könnten. Einige Akteure haben sogar falsche Narrative geschaffen, um Investoren auszunutzen.
Tiger Research
Ergebnis: Es scheint möglich, für jeden Monat des Jahres 2025 ein neues Narrativ zu identifizieren, was die Anleger dazu veranlasst, diesen Aufwärtstrends gegenüber „kritischer und zunehmend skeptischer“ zu werden, auch wenn man zugestehen muss, dass „sich einige als echte Sektoren etabliert haben und sogar dazu beigetragen haben, den Kryptomarkt voranzubringen“.

Wichtigste Krypto-Narrative des Jahres 2025
Die wichtigsten Trends aus dem Jahr 2025
Über die Memecoins hinaus, die einfach und intuitiv genug sind, um neue Investoren anzulocken, diese dann aber ebenso schnell wieder „ohne nachhaltigen Trickle-Down-Effekt“ wieder abweisen, hebt der Bericht die rund um Kaito entwickelten „InfoFi“-Dienste hervor.
Eine interessante Logik der Inhaltserstellung, die jedoch an ihrem Belohnungssystem scheitern wird, sodass letztendlich „das Sensationelle auf Kosten der Genauigkeit bevorzugt“ wird.
Andere Narrative mit solideren Fundamentaldaten haben hingegen ein langfristiges Engagement geschaffen, insbesondere mithilfe von Angeboten, die in der Lage sind, „Krypto vom abstrakten Potenzial hin zur Demonstration konkreter und funktionaler Anwendungsfälle zu führen“.
In diesem Bereich hebt die Analyse von Tiger Research insbesondere den starken Aufschwung der Stablecoins, die Entwicklung des x402-Zahlungsprotokolls von Coinbase und den Erfolg der Prognosemärkte hervor.
All dies ging einher mit „zahlreichen Experimenten, die gleichzeitig hinter den Kulissen stattfanden, während die Institutionen begannen, sich ernsthaft zu integrieren“, wie beispielsweise die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) oder Perpetual-DEXs.
Zwischen erhöhter Privatsphäre und Nutzerbindung
Schließlich gilt besonderes Augenmerk den auf Datenschutz basierenden Projekten in einem Umfeld, in dem die ursprünglich als positiv dargestellte Transparenz sich in „ein Umfeld verwandelt, das die Größe der Transaktionen, deren Zeitpunkt und die Positionen offenlegt, die für institutionelle Anleger ein strategisches Risiko darstellen“.
Oder wie man wieder mehr Undurchsichtigkeit in die Blockchain bringt, um traditionelle Akteure zum Einstieg zu ermutigen…
Das Fazit dieses Artikels stammt von den Analysten von Tiger Research:
Massive Kapitalzuflüsse sind möglich, wenn der richtige Katalysator auf eine niedrige Eintrittsbarriere trifft – Memecoins sind der Beweis dafür. Aber es zeigt auch, dass Zuflüsse allein nicht ausreichen. Wenn Projekte keine Anreize schaffen, die Nutzer zum Bleiben bewegen, verwandeln sich diese Zuflüsse schnell in Abflüsse. Die Nutzerbindung bleibt eine zentrale Herausforderung.
Tiger Research