Neuer Schritt im Fall OmegaPro, der weltweit zahlreiche Opfer gefordert hat. Zwei Verantwortliche der gefälschten Handelsplattform, die Investoren um 650 Millionen Dollar betrogen hat, wurden in New York angeklagt.
Anklage gegen zwei Verantwortliche von OmegaPro
Die beiden in Puerto Rico angeklagten Männer sind Michael Shannon Sims, 48, und Juan Carlos Reynoso, 57, beide wohnhaft in den Vereinigten Staaten. Der Betrug OmegaPro, der später in Go Global und Broker Group umbenannt wurde, soll den Opfern 650 Millionen Dollar abgezockt haben:
Die Angeklagten haben schutzbedürftige Personen in den Vereinigten Staaten und im Ausland ins Visier genommen und ihnen mehr als 650 Millionen Dollar abgezockt, indem sie ihnen falsche Versprechungen über hohe Renditen machten und ihnen versicherten, dass ihr Geld sicher sei.
Die Plattform OmegaPro/Go Global, die 2023 ihren Betrieb einstellte, bediente sich einer leider gängigen Technik. Sie lockte Investoren mit hohen Renditen und verwendete dabei bewusst vage Formulierungen. Die Nutzer wurden auf eine gefälschte Investitionsplattform geleitet, ihre Gelder wurden direkt an die Betrüger überwiesen. Trotz ihrer Forderungen konnten sie das Geld nie von dieser „Plattform” abheben.
Die Angeklagten haben über OmegaPro einen weltweiten Betrug betrieben, bei dem sie Investoren mit falschen Versprechungen von außergewöhnlichen Renditen getäuscht und anschließend Hunderte Millionen Dollar unterschlagen haben.
Nach zahlreichen Warnungen wurden mehrere Ermittlungen eingeleitet, darunter auch eine in Frankreich. Vor knapp einem Jahr wurde der Mitbegründer von OmegaPro, Andreas Szakacs, in der Türkei festgenommen.
Laut Guy Ficco, Leiter der Finanzermittlungen der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS), handelte es sich nicht um einfache Betrugsfälle, sondern um „geschickt organisierten Verrat”. Betroffen waren Nutzer aus zahlreichen Ländern, darunter Frankreich, England, die Türkei, die Niederlande, Kolumbien und Thailand.
Soziale Netzwerke und Aufforderung zur Investition
Wie wir in unserer Untersuchung feststellen konnten, forderte OmegaPro seine Nutzer nachdrücklich auf, Geld auf der Plattform auszugeben, und schaltete gleichzeitig ihren Verdacht aus. Die Website funktionierte wie ein Multi-Level-Marketing-System (MLM), bei dem die Nutzer zum Kauf von „Investmentpaketen” aufgefordert wurden, die angeblich eine Rendite von 300 % über 16 Monate versprachen. Um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern, organisierten die Betrüger außerdem aufwendige Veranstaltungen:
Sims und Reynoso organisierten zusammen mit ihren Komplizen weltweit Werbeveranstaltungen und aufwendige Schulungen, darunter die Projektion des OmegaPro-Logos auf den Burj Khalifa, den höchsten Turm der Welt, während einer Veranstaltung in Dubai.
Die beiden Männer stellten ihr Vermögen auch in den sozialen Netzwerken zur Schau, um Nutzer dazu zu bewegen, sich ihrer Plattform anzuschließen. Sie sollen mit diesem System jeweils mehrere Millionen Dollar Gewinn erzielt haben. Das eingenommene Geld floss auch an hochrangige Betreiber, die mit den beiden Männern unter einer Decke steckten.
Die Angeklagten werden wegen Verschwörung zum elektronischen Betrug und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Ihnen drohen 20 Jahre Haft pro Anklagepunkt.