Bislang weitgehend auf den intimen Bereich des Kryptohandels beschränkt, etablieren sich Stablecoins nun als Finanzinstrumente, die das aktuelle Währungsmodell revolutionieren können. Ein Paradigmenwechsel mit zahlreichen Folgen und Perspektiven.
Stablecoins: die neuen Champions des Zahlungsverkehrs
Der Stablecoin-Sektor verzeichnet einen beispiellosen Anstieg seiner Akzeptanz in den traditionellen Wirtschafts- und Finanzkreisen, der durch die kürzlich erfolgte Einführung des GENIUS Act in den Vereinigten Staaten vorangetrieben wird. Und das aus gutem Grund: Mehr als 99 % des aktuellen Angebots entfallen auf stabile Kryptowährungen, die an den US-Dollar gekoppelt sind.
Ein Paradigmenwechsel im Währungswesen ist im Gange, dessen Tragweite und Folgen noch schwer abzuschätzen sind, auch wenn einige Analysten bereits jetzt einen Sektor prognostizieren, der in den kommenden Jahren ein Volumen von 2 Billionen Dollar erreichen könnte, gegenüber derzeit 265 Milliarden Dollar.
Aus diesem Grund hat das Analyseunternehmen Keyrock einen umfassenden Bericht über die Schlagkraft von Zahlungen in Stablecoins vorgelegt. Man muss sich nur ansehen, wie sich P2P-Überweisungen in diesem Bereich mittlerweile als effizientestes Mittel für grenzüberschreitende Transaktionen etabliert haben. Denn sie verursachen nur geringe Gebühren, während traditionelle Vermittler zwischen 4 % und mehr als 12 % berechnen.

Stablecoins beginnen, diese Lücke zu schließen, indem sie den einlagigen Zahlungsstack schwächen. Ihr Anteil an der US-Geldmenge M2 ist bereits von nur 0,04 % im Jahr 2020 auf heute über 1 % gestiegen, was die Entstehung einer parallelen Geldlage markiert.
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Schwellenländer vs. US-Geldpolitik
Einer der offensichtlichen Gründe für die derzeitige Beschleunigung des Stablecoin-Sektors ist die kürzlich in den USA beschlossene regulatorische Öffnung, von der bestimmte Emittenten wie das Unternehmen Circle (USDC) eindeutig profitieren. Der Versuch, den Marktführer Tether (USDT) zu verdrängen, scheint jedoch dessen starke Dominanz in diesem Bereich nicht in Frage zu stellen.
Der Grund für diese Situation lässt sich weitgehend auf eine wichtige Tatsache zurückführen, die es zu berücksichtigen gilt: „Das wahre Potenzial von Stablecoins liegt in den Schwellenländern, in denen 85 % der Weltbevölkerung leben”. Es ist daher verständlich, warum Paolo Ardoino, CEO von Tether, sich stärker auf diesen Aspekt konzentriert als auf die regulatorische Validierung seines USDT.
Gleichzeitig bedeutet ihre fast ausschließliche Bindung an den Dollar, dass sie Reserven halten müssen, um ihre Bindung und die für ihr reibungsloses Funktionieren erforderliche Liquidität zu gewährleisten. Diese Tatsache verändert derzeit den Markt für US-Staatsanleihen, da die Entwicklung des Stablecoin-Marktes dazu führen könnte, dass dieser 25 % seiner Anteile hält.
Zum Vergleich: „Die wichtigsten Emittenten von Stablecoins halten mittlerweile mehr US-Staatsanleihen als Länder wie Südkorea, Deutschland und Saudi-Arabien”. Diese Präsenz hat bereits einen sehr starken Einfluss auf die Nachfrage im kurzfristigen Segment, sodass sie sogar die US-Geldpolitik beeinflusst.

Viel mehr als nur ein Instrument
Stablecoins setzen sich somit als Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs durch, ohne kostspielige Zwischenhändler und festgelegte Bürozeiten. Eine Realität, die laut den Analysten von Keyrock weit über den Status eines einfachen operativen Instruments hinausgeht. Tatsächlich handelt es sich mittlerweile um echte Infrastrukturen, die in der Lage sind, die gesamte Kette zu verwalten – und zu monetarisieren.
Diese vertikale Integration ermöglicht es ihnen, jede Ebene des Stacks zu monetarisieren, einschließlich Bargelddepots, Transaktionsgebühren, DeFi-Renditen und Verbraucheranwendungen, und gleichzeitig den Nutzern mehr Wert zurückzugeben.
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Die zunehmende Akzeptanz von Stablecoin-Zahlungen wird auch durch die Einführung spezieller Zahlungskarten von Branchenriesen wie Visa und Mastercard unterstützt, die entschlossen sind, nicht auf der Strecke zu bleiben. Hinzu kommen passive Renditen für die Inhaber, die von Akteuren wie Coinbase oder PayPal angeboten werden. Die Währungsrevolution ist in vollem Gange.