Der Kryptowährungsmarkt sieht sich derzeit mit einem anhaltenden und allgemeinen Rückgang konfrontiert, der mittlerweile Teil einer Bärenmarkt-Dynamik ist. Wie lässt sich diese Situation erklären und wie lässt sich ihr tatsächliches Ausmaß einschätzen? Wir geben einen Überblick…
Rückgang des Kryptomarktes: Das Kapital verschwindet nicht, es positioniert sich neu
Seit dem letzten historischen Höchststand von Bitcoin bei 126.000 Dollar am 6. Oktober hat der Kryptowährungsmarkt einen regelrechten Absturz erlebt, der durch den wenige Tage später eintretenden Crash, bei dem sich die Gesamtliquidationen auf den Rekordbetrag von 20 Milliarden Dollar beliefen, noch deutlich verstärkt wurde.
Allerdings deuteten bereits einige Monate zuvor bestimmte Daten auf ein nachlassendes Interesse der Anleger an BTC hin. Wie das Analyseportal Zerohedge feststellt, „ist Bitcoin seit Juni seltsamerweise der einzige Vermögenswert, dessen Kurs umso stärker fällt, je mehr Liquidität die Zentralbanken in den Markt pumpen“.

Bitcoin bleibt hinter der weltweit verfügbaren Liquidität (M2) zurück
Der Hauptgrund für dieses mangelnde Interesse lässt sich ganz klar durch das derzeit äußerst angespannte makroökonomische Umfeld erklären. Dies veranlasst Anleger dazu, sich sichereren Vermögenswerten wie Gold oder Silber zuzuwenden … bis es Ende Januar zu einer historischen Korrektur kam, bei der in nur zwei Tagen nicht weniger als 7.000 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet wurden.
Doch auch ein weiterer, eher struktureller Faktor scheint nicht zu übersehen zu sein: Der Kryptomarkt ist zum Spielfeld institutioneller Anleger geworden, die stark in ETFs engagiert und wenig risikofreudig sind. Grund genug, „die Stabilisierung der ETF-Zuflüsse [als] ein wichtiges Signal, das es zu beobachten gilt“, zu betrachten, so Timothy Misir, Forschungsleiter bei der Krypto-Analysefirma BRN. Denn „ohne dies besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Rallyes an Schwung verlieren“.
Hinzu kommt die massive Abwanderung von Privatanlegern, die im vergangenen Jahr offenbar stärker vom Aktienmarkt als von Kryptowährungen angezogen wurden. Das Ergebnis: eine massive Konzentration der verfügbaren Liquidität auf die wichtigsten Kryptowährungen des Marktes, zum offensichtlichen Nachteil der Altcoins.