Ein bedeutender Akteur der Immobilienbranche in Mexiko übernimmt die Strategie der Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Durch die Umwandlung seiner Vermögenswerte in BTC will er sich vor Inflation schützen und sein Kapitalmanagement neu erfinden. Eine Premiere in einer Branche, die noch weitgehend von Krediten und Zinssätzen abhängig ist.
Grupo Murano setzt 1 Milliarde auf Bitcoin: Das Ende der traditionellen Immobilienbranche?
Elías Sacal, Geschäftsführer der mexikanischen Immobiliengruppe Grupo Murano, hat kürzlich in einem Interview mit dem Bitcoin Magazine seine neue Bitcoin-Strategie vorgestellt: einen Großteil der Vermögenswerte des Unternehmens in BTC umzuwandeln, mit dem Ziel, innerhalb von fünf Jahren eine Kasse von 10 Milliarden Dollar in Bitcoin aufzubauen.
In einer Branche, die nach wie vor weitgehend von Schulden und Zinsabhängigkeit geprägt ist, mag diese Neuausrichtung überraschen. Da Bitcoin jedoch entwickelt wurde, um das derzeitige Währungsparadigma, das auf Fiat-Währungen und Zentralbanken basiert, zu revolutionieren, könnte seine Einführung auch unverzichtbar werden.
Die Grupo Murano, Eigentümerin zahlreicher Hotels und Wohnanlagen in ganz Mexiko, bekräftigt ihre Absicht, sich vom traditionellen Immobilienmodell zu lösen, das als zu anfällig für Inflation und Zinsschwankungen gilt.

Stattdessen kündigte das Unternehmen an, dass es auf Refinanzierungs- und Sale-Leaseback-Transaktionen zurückgreifen werde, bei denen eine Immobilie verkauft und anschließend sofort vom ehemaligen Eigentümer zurückgemietet wird. Dieser Ansatz ermöglicht es Murano, Mittel freizusetzen und gleichzeitig die operative Nutzung seiner Vermögenswerte beizubehalten. Genau mit diesen Mitteln plant das Unternehmen, das bereits 21 BTC besitzt, den massiven Kauf von Bitcoin.
Anstatt auf eine langsame Wertsteigerung seiner Immobilien oder die schrittweise Einziehung von Mieten zu setzen, wettet Sacal daher auf einen Anstieg des Bitcoin-Kurses um 300 % in den nächsten 5 Jahren, was einem BTC-Kurs von 472.000 Dollar entspricht, und plant, bis zu 80 % des Unternehmenskapitals in BTC anzulegen.
Bitcoin und die Demonetisierung von Immobilien: Auf dem Weg zu einem Paradigmenwechsel?
Die Wette von Grupo Murano geht noch weiter: Das Unternehmen plant, Bitcoin-Geldautomaten (ATM) in seinen Hotels aufzustellen, seine Mitarbeiter in der Verwendung der Währung zu schulen und Zahlungen in BTC zu akzeptieren, wobei vorrangig Kunden aus den Vereinigten Staaten angesprochen werden sollen.
Darüber hinaus vertritt Elías Sacal eine unter Bitcoinern bekannte Theorie: die der Demonetisierung des Immobilienmarktes. Diese Theorie basiert auf der folgenden Feststellung: Immobilien werden immer weniger zur Unterbringung von Haushalten genutzt und zunehmend als Instrument zum Schutz vor Inflation, d. h. als Wertreserve, angesehen.
In einem Szenario, in dem sich Bitcoin dauerhaft als globale Wertreserve etabliert, könnte ein wachsender Teil der Investitionen von Immobilien in BTC fließen, den leistungsstärksten Vermögenswert der letzten 10 Jahre. Dies könnte einen Abwärtsdruck auf die Immobilienpreise ausüben, die für die langfristige Vermögenssicherung weniger effektiv geworden sind.
Michael Saylor, CEO von Strategy, dem Unternehmen mit den weltweit meisten Bitcoins, vertritt eine ähnliche Meinung. Er behauptet, dass Bitcoin nicht nur mit Gold und seiner Marktkapitalisierung von 23 Billionen Dollar konkurrieren wird, sondern auch Fiat-Währungen (120 Billionen), die weltweite Verschuldung (315 Billionen) und den Immobilienmarkt insgesamt (330 Billionen) entwerten könnte.