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Bitcoiner fordern einen quantencomputerresistenten BIP-360

by Tim

Die Bedrohung, die Quantencomputer für Bitcoin darstellen, spaltet die Community seit dem Vorschlag des BIP-360 im Jahr 2024 tief. Einige plädieren für eine rasche Einführung quantenresistenter Signaturen, während andere die Warnung für verfrüht halten. Wie lässt sich die Zukunft von Bitcoin vorhersagen, ohne die kryptografischen Freiheiten zu beeinträchtigen, die seine Stärke ausmachen?

Die Quantenbedrohung spaltet die Bitcoin-Anhänger

Quantencomputern sind in letzter Zeit ein viel diskutiertes Thema. Seit dem Vorschlag von BIP-360 oder „Add Support for Post-Quantum Signatures” im Jahr 2024 spaltet dieses Thema die Bitcoin-Community.

Auf der einen Seite setzen sich einige Akteure des Ökosystems für die Ausarbeitung eines klaren Fahrplans ein, um quantenresistente Bitcoin-Signaturen so schnell wie möglich zu integrieren.

Auf der anderen Seite halten einige Bitcoin-Anhänger die Warnung für verfrüht und ziehen es vor, das Projekt reifen zu lassen, bevor sie endgültige Entscheidungen treffen.

Charles Edwards, Gründer von Capriole, erklärte, dass die Implementierung quantenresistenter Signaturen bis 2026 abgeschlossen und eingeführt sein sollte. Seiner Meinung nach könnten in den nächsten Jahren 20 bis 30 % der Bitcoin durch einen Quantenangriff kompromittiert werden.

Er fügt hinzu, dass er alle BTC, die bis 2028 nicht auf BIP-360 migriert sind, „verbrennen” will – eine extreme Position, die die aktuelle Debatte anheizt.

Andere einflussreiche Persönlichkeiten in diesem Bereich widersprechen dieser Position und erklären, dass die Bedrohung nicht dringlich ist und man sich nicht von Angst und Zweifeln leiten lassen sollte. Dies ist beispielsweise bei Samson Mow, CEO von Jan3, der Fall:

Wenn Sie mit diesem Thema nicht vertraut sind, sollten Sie wissen, dass die privaten Schlüssel von Bitcoin heute durch mathematische Barrieren geschützt sind.

Das Aufkommen von Quantencomputern könnte diese Sicherheit jedoch aufgrund ihrer Fähigkeit, Millionen von Lösungen parallel zu verarbeiten, untergraben. Theoretisch könnten sie einen privaten Schlüssel anhand eines öffentlichen Schlüssels in sehr kurzer Zeit ermitteln und damit die Sicherheit von Bitcoin gefährden.

„Die eigentliche Bedrohung ist (noch) nicht die Quanteninformatik, sondern die stille Normalisierung”

Historisch gesehen wurden die Entwicklungen des Bitcoin-Protokolls immer von einer doppelten Anforderung geleitet, die sich durch eine bewährte empirische Robustheit und eine gewisse Vorsicht bei der Einführung neuer Formate auszeichnete.

Der technische Übergangsrahmen von BIP-360 bricht mit dieser Tradition. Angesichts von Akteuren, die eine dringende Bedrohung ansprechen, trocknen Angst und Furcht die Debatte in der Community aus.

Ein zu schneller oder schlecht durchdachter Übergang zu postquantischen Lösungen könnte die Aufmerksamkeit von den aktuellen Sicherheitsrisiken ablenken und zu Problemen aufgrund einer übereilten Umsetzung führen.

Ein schrittweiser Ansatz ermöglicht es, die Integration neuer Lösungen sorgfältig zu bewerten und die Übergangsphasen zu planen, um die allgemeine Sicherheit nicht zu gefährden.

Wie Nicolas Cantu erklärt:

Durch die endgültige Deaktivierung des Schlüsselverbrauchs (key-spend) und die erzwungene Verwendung expliziter Skripte schwächt BIP-360 die von Taproot eingeführten Optimierungs- und Vertraulichkeitslogiken ab.

Taproot ist das wichtigste Sicherheitsupdate, das Bitcoin seit 2017 erfahren hat. Die Einführung von BIP-360 würde daher bedeuten, die durch Taproot erzielten Gewinne an Vertraulichkeit und Effizienz zunichte zu machen.

Aus diesem Grund ist es für Nicolas Cantu unerlässlich, die Debatte um die angestrebten Ziele herum zu strukturieren. Man muss die Quantenbedrohung antizipieren, aber auch ihre Kosten für die Dezentralisierung, die Überprüfbarkeit und die Kontinuität des Protokolls bewerten.

Seinen Worten zufolge muss man auch die Zukunft von Bitcoin planen, „ohne aus falsch verstandener Vorsicht die kryptografischen Freiheiten zu beseitigen, die seine Stärke ausmachen”.

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