Mehrere technische und makrofinanzielle Signale deuten derzeit auf ein plausibles Szenario einer taktischen Erholung des Bitcoin-Kurses zum Jahresende hin, ohne jedoch eine strukturelle bullische Trendwende zu bestätigen. Entdecken Sie die technische Analyse von Vincent Ganne.
Technische und fundamentale Signale für einen Dead-Cat-Bounce
Mehrere technische und makrofinanzielle Signale deuten derzeit auf ein plausibles Szenario für einen taktischen Aufschwung zum Jahresende beim Bitcoin-Kurs hin, ohne jedoch eine strukturelle bullische Trendwende zu bestätigen. Dieses Szenario ähnelt eher einem „Dead Cat Bounce“, d. h. einer vorübergehenden Erholung innerhalb einer fragileren Dynamik, bei der es sich um den berühmten „zyklischen Bärenmarkt“ handeln könnte.
Der erste Hinweis stammt aus der technischen Analyse, und zwar aus dem DSS Bressert auf Wochenbasis. Historisch gesehen hat dieser zyklische Oszillator eine gute Fähigkeit bewiesen, Phasen der Übertreibung zu identifizieren, sowohl im Aufwärts- als auch im Abwärtstrend. Derzeit bewegt sich der DSS in einem Bereich starker Überverkauftheit, auf Niveaus, die mit denen vergleichbar sind, die bei früheren Zwischen-Tiefpunkten beobachtet wurden.
In der Vergangenheit ging diese Art von Konstellation oft bedeutenden, manchmal heftigen technischen Erholungen voraus, die jedoch selten von Dauer waren, solange das makroökonomische und strukturelle Umfeld weiterhin ungünstig war. Mit anderen Worten: Das Signal deutet auf eine technische Erholung hin, ohne jedoch eine Rückkehr zum grundlegenden Aufwärtstrend zu garantieren, solange der Bärenmarkt noch nicht beendet ist.
Der zweite Faktor betrifft die globale Liquidität in US-Dollar, genauer gesagt die Netto-Liquidität in den USA. Die Kombination aus einer sogenannten „technischen“ QE der Fed, die der Verwaltung der Reserven dient, und einem TGA (Treasury General Account) in der Abbauphase könnte diese Liquidität vorübergehend stützen.
Selbst ohne eine klassische QE reicht oft schon das Ende der marginalen Verschlechterung der Liquidität als Katalysator aus, um Vermögenswerte mit hohem Beta wie Bitcoin zu begünstigen. Historisch gesehen reagiert Bitcoin weniger auf das absolute Liquiditätsniveau als vielmehr auf dessen Richtungswechsel. Ein Übergang von einer negativen zu einer neutralen oder sogar leicht positiven Dynamik kann daher ausreichen, um eine Erholung des Bitcoin-Kurses auszulösen.
Welcher Aufschwung wäre möglich, wenn sich der Markt wie beim vorherigen Bärenmarkt (dem von 2022) verhalten würde?
Schließlich basiert ein dritter Analyseansatz auf einer fraktalen und verhaltensorientierten Betrachtung, bei der die aktuelle Struktur mit der des vorherigen Bärenmarktes verglichen wird. Mehrfach verzeichnete Bitcoin nach einer Phase tiefgreifender Korrekturen deutliche Erholungen, bevor es wieder einen eher rückläufigen oder seitwärtsgerichteten Kurs nahm.
Die nachstehende Grafik zeigt Ihnen eine Hypothese zur Kursentwicklung für die kommenden Wochen auf, indem sie die Struktur des „Dead Cat Bounce“ aus dem Bärenmarkt des Jahres 2022 auf unsere aktuelle Kursentwicklung überträgt. Bitte beachten Sie, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, dass der Bitcoin-Kurs zunächst die Zone von 70.000–80.000 $ testet, bevor er in eine „Dead Cat Bounce“-Phase eintritt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Konvergenz des DSS-Bressert-Signals, einer leichten Verbesserung an der US-Liquiditätsfront und eines sich wiederholenden Musters aus vergangenen Zyklen die Hypothese eines technischen Jahresend-Rebounds bei Bitcoin untermauert.
Dieses Szenario bleibt jedoch fragil, hängt von technischen Faktoren und Kapitalflüssen ab und darf nicht mit dem Beginn eines neuen, nachhaltigen Aufwärtszyklus verwechselt werden.
Vorsicht ist daher weiterhin geboten: Ein Dead-Cat-Bounce ist von Natur aus verlockend … aber selten von Dauer und tritt ein, wenn niemand mehr damit rechnet.