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Kryptowährungen, KI-Chips und eine Begnadigung durch den Präsidenten: Befindet sich Donald Trump in einem massiven Interessenkonflikt mit den Vereinigten Arabischen Emiraten?

by Christian

Da ein Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten das Krypto-Projekt „World Liberty Financial“ der Familie Trump finanziert hat, deckt das Wall Street Journal einen erheblichen Interessenkonflikt auf. Was sind die Hintergründe dieser Vereinbarung?

Das Wall Street Journal enthüllt merkwürdige Verbindungen zwischen Donald Trump und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Am Samstag veröffentlichte das Wall Street Journal einen umfangreichen Bericht, in dem Donald Trump, seine Familie und seine Freunde im Zusammenhang mit einer Investition der Vereinigten Arabischen Emirate in sein Unternehmen World Liberty Financial (WLFI) in Frage gestellt werden.

Zusammenfassend lässt der Bericht vermuten, dass eine Investition in Höhe von 500 Millionen Dollar den Zugang zu „hochgesicherten Chips für künstliche Intelligenz“ für die Unternehmen von Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, dem Bruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, erleichtert hätte.

Konkret identifiziert derselbe Bericht enge Verbindungen zwischen zahlreichen Akteuren und bestätigt damit bestimmte Gerüchte und Informationen, über die wir in den letzten 12 Monaten berichtet haben.

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass Tahnoon bin Zayed Al Nahyan einer der weltweit bedeutendsten privaten Investoren ist und dass drei seiner Unternehmen in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen: G42, MGX und Aryam Investment 1.

So berichtet das Wall Street Journal, dass Tahnoon bin Zayed Al Nahyan vier Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump einen Vertrag über 500 Millionen Dollar unterzeichnet habe, um 49 % der Anteile an World Liberty Financial zu erwerben.

Dies war insbesondere das Ergebnis des Besuchs von Eric Trump anlässlich einer Krypto-Konferenz in Abu Dhabi im Dezember 2024, aber auch des Besuchs von Steve Witkoff, einem langjährigen Freund des US-Präsidenten, der zudem Mitbegründer von World Liberty Financial ist und zum Sonderbeauftragten für den Nahen Osten ernannt wurde.

Eine Woche nach diesem Besuch wurden im Abstand von zwei Tagen zwei Unternehmen namens Aryam Investment 1 registriert, eines in Abu Dhabi und eines in Delaware. Es handelt sich um dieses Unternehmen, das angeblich die Mittel für den Erwerb von 49 % des Krypto-Unternehmens der Familie Trump bereitgestellt hat, von denen mindestens die Hälfte an verschiedene Persönlichkeiten ausgezahlt wurde.

Diese Investition verschaffte den Unternehmen G42 und MGX somit Sitze im Verwaltungsrat von World Liberty Financial.

Wie die untenstehende Grafik jedoch verdeutlicht, ist MGX auch das Unternehmen, das im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar in Binance investiert hat, wobei der Stablecoin USD1 zum Einsatz kam. Damals hatte MGX den Stablecoin lediglich als „überlegenes Produkt“ bezeichnet, ohne die engen Verbindungen zwischen den verschiedenen Akteuren offenzulegen:

Übersicht über die Verbindungen der verschiedenen im Bericht genannten Akteure

Übersicht über die Verbindungen der verschiedenen im Bericht genannten Akteure

Aufgrund dieser verschiedenen Zusammenhänge stellt das Wall Street Journal nun die Frage, welche Rolle Tahnoon bin Zayed Al Nahyan bei der Begnadigung von Changpeng Zhao (CZ) gespielt haben könnte. Und das aus gutem Grund, denn der Gründer von Binance lebt in Abu Dhabi und besitzt zudem die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. Darüber hinaus hätte diese Begnadigung die Erteilung der globalen Lizenz an Binance durch den Abu Dhabi Global Market erleichtert, mit dem Ziel, dort einen weltweiten Hauptsitz zu errichten.

Im Übrigen erfolgte diese Begnadigung im Oktober, während MGX einen Monat zuvor 15 % in die US-Tochtergesellschaft von TikTok investiert hatte, wodurch das soziale Netzwerk seinen Betrieb auf amerikanischem Boden fortsetzen konnte.

Obwohl Tahnoon bin Zayed Al Nahyan sich seit langem für KI interessiert, hatte die Biden-Regierung seinen Zugang zu US-Chips behindert, aus Angst, dass diese Technologie aufgrund seiner Verbindungen zu Huawei China zugutekommen könnte.

Doch zwei Monate nach einem Treffen im Weißen Haus mit dem Betroffenen im März 2025 verpflichtete sich die Trump-Regierung, 500.000 KI-Chips an die Vereinigten Arabischen Emirate zu liefern, von denen etwa ein Fünftel für G42 reserviert sein sollte.

Auch wenn man angesichts all dieser Enthüllungen Vorsicht walten lassen sollte, muss man doch feststellen, dass dies Anlass gibt, die Verbindungen zu hinterfragen, die sich hinter den Kulissen für die verschiedenen Abkommen manchmal knüpfen.

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