Die Börsenplattform Gemini nimmt drastische Einschnitte vor. Sie entlässt zahlreiche Mitarbeiter und stellt gleichzeitig ihren europäischen Betrieb ein. Was hat zu dieser Entscheidung geführt?
Gemini entlässt 25 % seiner Belegschaft
In einer am 5. Februar veröffentlichten Mitteilung geben Tyler und Cameron Winklevoss, die Leiter von Gemini, bekannt, dass ihr Unternehmen Personal abbauen wird. Als Auslöser für diese Kürzungen nennen sie den Einzug der künstlichen Intelligenz (KI):
Mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen war noch nie so wahr oder so möglich, und wir glauben, dass dies erst der Anfang dieses Trends ist.
Gemini trennt sich somit von 25 % der über 500 Mitarbeiter, aus denen sich seine Teams zusammensetzen. Im Jahr 2022 beschäftigte das Unternehmen noch 1100 Mitarbeiter.
Die Plattform wird für Europäer nicht mehr zugänglich sein
Eine weitere wesentliche Änderung: Die Plattform schließt ihre Pforten für Nutzer aus der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich sowie Australien:
Es ist an der Zeit, dass Gemini sich neu ausrichtet und seine Anstrengungen verstärkt auf die Vereinigten Staaten konzentriert. Zu diesem Zweck werden wir nicht nur unsere Mitarbeiterzahl reduzieren, sondern auch die Regionen, in denen wir tätig sind.
In der Mitteilung wird nicht angegeben, ab wann europäische Nutzer aufgefordert werden, die Plattform zu verlassen. Gemini führt zu geringe Handelsvolumina als Grund dafür an, die Aufrechterhaltung dieser geografischen Gebiete nicht mehr zu rechtfertigen.
Sind finanzielle Schwierigkeiten zu erwarten?
Gemini erklärt, dass das Ziel dieser drastischen Veränderungen ein „Weg zur Rentabilität“ in einem zunehmend schwierigen Umfeld sei. Das Unternehmen nennt den „aktuellen Kryptomarkt“ als Auslöser für diese Entwicklungen. Trotz seines Börsengangs war Gemini im vergangenen Jahr nicht profitabel.
Gemini erklärt zudem, dass es seine Bemühungen auf Prognosemärkte konzentrieren möchte, die als sehr profitabel gelten:
Unsere Theorie lautet, dass Prognosemärkte genauso wichtig oder sogar wichtiger werden als die heutigen Kapitalmärkte. […] Unsere Investition in den Erwerb einer Lizenz zur Einführung unseres eigenen Prognosemarktplatzes positioniert uns als Pionier an dieser vielversprechenden neuen Grenze.
Für Gemini steht viel auf dem Spiel: In der ersten Hälfte des Jahres 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 285 Millionen Dollar. Der Rückzug gleicht daher einem Rettungsversuch in einem besonders düsteren Umfeld auf den Kryptowährungsmärkten.