Der Wettlauf um künstliche Intelligenz lässt die weltweite Nachfrage nach RAM stark ansteigen. Verkörpert durch die wirtschaftliche und diplomatische Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China wird RAM zu einem echten strategischen Thema. Dieser exponentielle Preisanstieg wirkt sich auch auf Bitcoin aus, für das Speicher und Speicherkapazität für die Knoten und die Mining-Infrastruktur nach wie vor unerlässlich sind.
KI erzeugt einen beispiellosen Druck auf die Lieferketten für Speicher
Seit September 2025 sind die Preise für RAM-Module (Leiterplatten, auf denen integrierte Speicherschaltungen montiert sind) um 163 % bis 619 % in die Höhe geschnellt. Diese radikale Entwicklung vollzieht sich vor einem geopolitischen Hintergrund, der von einem rasanten Wettlauf um künstliche Intelligenz (KI) geprägt ist.
Seit 2024 hat der Aufschwung der KI die Speicheranwendungen tiefgreifend verändert. Dies gilt insbesondere für große Sprachmodelle (LLM), die eine hohe Rechenleistung sowie sehr schnelle Datenübertragungskapazitäten zwischen GPUs und Speicher erfordern.
Aus diesem Grund wird High-Bandwidth-Memory (HBM) unverzichtbar, da es sowohl eine geringe Latenz als auch sehr hohe Datenraten bietet. Die großen Akteure im KI-Bereich beanspruchen somit einen wachsenden Anteil der weltweiten Speicherproduktion (DRAM und NAND), um Rechenzentren auszustatten, die für das Training und die Inferenz großer Modelle vorgesehen sind.
Diese Infrastrukturen haben einen extrem hohen Bedarf an Speicher und schnellem Speicherplatz, was die Hersteller dazu veranlasst, den rentabelsten Segmenten wie Serverspeicher und HBM den Vorzug zu geben, zum Nachteil von Produkten für den Massenmarkt. Diese strategische Umverteilung hat in bestimmten Marktsegmenten zu einer künstlichen Verknappung geführt.
Der Preisanstieg verläuft nicht einheitlich und betrifft insbesondere Varianten mit hoher Kapazität. Dies gilt für DDR4- und DDR5-Module, also Standardmodelle, die insbesondere in PCs und Mining-Rigs zum Einsatz kommen.
Das 32-GB-DDR5-Modul verzeichnete beispielsweise auf allen Märkten einen spektakulären Preisanstieg: In den USA stiegen die Preise von 149 $ auf 392 $ (+163 %), und in Japan war der Anstieg mit 16.000 ¥ auf 115.090 ¥ (+619 %) am extremsten.

Regionale Auswirkungen auf die RAM-Preise, von Rost Glukhov
Begrenzte direkte Auswirkungen, aber kostspielige indirekte Folgen für den Bitcoin-Mining-Betrieb
Wie Sie wissen, basiert das Bitcoin-Mining auf dem SHA-256-Algorithmus, einem Hash-Algorithmus, der zur Sicherung und Validierung von Blöcken im Netzwerk verwendet wird. Dieser Algorithmus ist im Wesentlichen arithmetischer Natur, d. h. er führt rechenintensive Operationen durch, benötigt jedoch nur sehr geringe Mengen an Arbeitsspeicher zur Speicherung temporärer Variablen.
In der Praxis bedeutet dies, dass selbst ein erheblicher Anstieg des RAM-Preises so gut wie keinen Einfluss auf die Herstellungskosten von ASICs (spezialisierte Schaltkreise für das Mining) hat, deren Kosten hauptsächlich aus folgenden Posten bestehen: Silizium, Nanometer-Lithografie, Gehäuse und Wärmeableitung.
Die Auswirkungen des steigenden RAM-Preises machen sich jedoch indirekt bemerkbar. Denn Bitcoin-Knoten speichern die gesamte Blockchain auf einer SSD, die NAND-Flash-Speicher nutzt, und verwenden RAM für den Mempool oder den UTXO-Cache.
Sollten die RAM-Preise stark ansteigen, würden die Betriebskosten dieser Knoten steigen, was bestimmte Personen oder Organisationen davon abhalten könnte, Vollknoten zu betreiben, wodurch die Anzahl unabhängiger Teilnehmer und die Vielfalt des Netzwerks verringert würden.
Mit anderen Worten: Bitcoin bleibt gegenüber einem Anstieg der RAM-Preise für die Blockproduktion robust, doch ein anhaltender Anstieg der Speicherkosten könnte die Dezentralisierung und die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks beeinträchtigen.
Interessanterweise hat der CEO von TeamGroup, einem Hersteller von RAM-Modulen, darauf hingewiesen, dass eine Normalisierung der Speicherpreise wahrscheinlich nicht vor 2027–2028 zu erwarten sei, da zunächst neue Produktionskapazitäten auf den Markt kommen müssten.