Seit seinem letzten Höchststand von über 124.000 Dollar hat Bitcoin eine erhebliche Korrektur von mittlerweile über 10 % erfahren. Ist dies die gefürchtete Ankündigung einer Rückkehr unter die symbolische Schwelle von 100.000 Dollar?
Ein Bitcoin, das „sehr anfällig für plötzliche Schwankungen” ist
Der Kurs des BTC entwickelt sich derzeit in einem komplizierten makroökonomischen Umfeld, seit Präsident Donald Trump den Zollkrieg ausgelöst hat.
Andere Daten sollten jedoch nicht außer Acht gelassen werden.
Der Forschungsleiter des Unternehmens K33 Research, Vetle Lund, kam in einer aktuellen Analyse zu dem Schluss, dass der Bitcoin-Markt nach seinem letzten historischen Höchststand in eine „bequeme Lethargie” verfallen sei. Grund dafür sei unter anderem der für BTC historisch ungünstige Monat September.

Laut Vetle Lund werden die tatsächlichen Auswirkungen der Zölle von Donald Trump sehr bald in den amerikanischen Indizes für Erzeugerpreise (IPP) und Verbraucherpreise (CPI) spürbar werden, wobei ein rückläufiger Effekt sehr wahrscheinlich ist.
Zu dieser Gleichung fügt er eine weitere möglicherweise destabilisierende Größe hinzu, nämlich die offenen Positionen auf dem Bitcoin-Terminmarkt, die Jahreshochs erreichen. Der Missbrauch hoher Hebel könnte im Falle einer Abwärtsbewegung zu brutalen Liquidationen führen.

Eine Situation, die Bitcoin „sehr anfällig für plötzliche Auf- und Abwärtsbewegungen“ macht. Das Szenario, das mit der Veröffentlichung neuer ungünstiger makroökonomischer Daten verbunden ist, impliziert einen möglichen Rückgang des BTC auf Preisniveaus zwischen 101.000 und 94.000 Dollar.
Wird der BTC-Kurs „von Euphorie zu Erschöpfung” wechseln?
Was die Analyse von Glassnode angeht, scheint die Lage etwas positiver zu sein, da die Rentabilität der kurzfristigen BTC-Inhaber während des jüngsten Ausverkaufs von über 90 % auf nur 42 % gesunken ist, bevor sie wieder auf das Niveau von 60 % gestiegen ist. Dennoch bleibt der Bitcoin-Markt weiterhin sehr fragil.

Bitcoin konsolidiert sich nach starkem Kaufinteresse der Anleger in der Preisspanne zwischen 104.000 und 116.000 US-Dollar. Die Ströme von Terminkontrakten und ETFs zeigen eine sinkende Nachfrage. Ein Anstieg über 116.000 Dollar könnte den Aufwärtstrend wiederbeleben, während ein Durchbrechen dieser Marke eine Bewegung in Richtung 93.000 bis 95.000 Dollar auslösen könnte.
Laut den Analysten von Glassnode könnte die derzeitige Schwäche von Bitcoin teilweise durch den deutlichen Rückgang der Zuflüsse in den Spot-ETF-Markt erklärt werden, dessen positive Ströme die vorherigen Aufwärtsbewegungen maßgeblich beflügelt hatten. Könnte die jüngste Wiedererlangung seiner Dominanz gegenüber Ethereum als positives Zeichen gewertet werden?
Wie dem auch sei, Vetle Lund betont, dass langfristig ganz andere Faktoren eine Rolle spielen, da Bitcoin „sich weder um globale Turbulenzen noch um restriktive Bedingungen im internationalen Handel kümmert”. Kurzfristig ist weiterhin Vorsicht geboten.