Seit seinem jüngsten historischen Höchststand von 126.000 Dollar befindet sich Bitcoin in einer Konsolidierungsphase bei etwa 110.000 Dollar. Eine Position, die von den Analysten von Standard Chartered als instabil eingeschätzt wird, die einen „unvermeidlichen Fall” auf 100.000 Dollar erwarten. Wir ziehen Bilanz.
Eine „unvermeidliche” Rückkehr des Bitcoin auf 100.000 Dollar?
Prognosen zum Kurs des Bitcoin sind ein heikles Unterfangen. Dennoch versuchen sich zahlreiche Analyseinstitute daran, wie beispielsweise die Investmentbank Standard Chartered, die regelmäßig Veröffentlichungen zu diesem Thema herausgibt.
Es muss gesagt werden, dass sich der Kurs des BTC derzeit in der Nähe seines Unterstützungsniveaus von etwa 107.000 Dollar bewegt. Eine seit seinem letzten historischen Höchststand am 6. Oktober bei 126.000 Dollar einsetzende Abwärtsbewegung von mehr als 10 % veranlasst einige Anleger zur Vorsicht.

Angesichts dieser Situation hat Geoffrey Kendrick, Leiter der Krypto-Asset-Forschung bei der britischen Bank Standard Chartered, in einer Mitteilung vom 22. Oktober an seine Investoren eine recht pessimistische Analyse abgegeben. Das war zu einem Zeitpunkt, als BTC erneut seine Unterstützung durchbrochen hatte, mit einem kurzen Besuch bei 106.000 Dollar, der schließlich in der täglichen Zeiteinheit nicht bestätigt wurde.
Die Frage ist nun, wie weit Bitcoin fallen muss, bevor es eine Unterstützung findet. Ein Rückgang unter 100.000 Dollar scheint unvermeidlich.
Geoffrey Kendrick
Ein fragwürdiger Status als digitales Gold
Dieser Rückgang ist Teil eines unsicheren makroökonomischen Umfelds, das durch die zahlreichen Ankündigungen von Donald Trump zu seinen Zöllen weitgehend destabilisiert wurde. Man muss sich nur ansehen, wie der Markt am 11. Oktober nach der Ankündigung einer 100-prozentigen Besteuerung chinesischer Importe zusammenbrach, was sofort zu einer der größten Verkaufswellen in der Geschichte der Kryptowährungen führte.
Dies war für Analysten Anlass, den Status des Bitcoins als digitales Gold erneut in Frage zu stellen. Laut Carlos Guzman, Chefanalyst des Forschungsunternehmens GSR, ähnelt sein Verhalten angesichts der aktuellen internationalen politischen Krise eher dem von Technologieaktien als dem von Gold.
Dennoch verzeichnete das Edelmetall am 21. Oktober einen seiner schlimmsten Abwärtstage seit 2020 mit einem Rückgang von fast 7 % innerhalb von 24 Stunden. Dennoch weist es seit Jahresbeginn immer noch einen Anstieg von 58 % auf, gegenüber 18 % für BTC.

Es scheint wichtig, daran zu erinnern, dass die Analysten von Standard Chartered im Mai dieses Jahres einen Bitcoin-Kurs von 200.000 Dollar bis zum Jahresende prognostiziert hatten. Dieses Ziel wurde im Juli dieses Jahres bekräftigt, wobei auch ein Kurs von 500.000 Dollar bis 2028 ins Visier genommen wurde.
Vielleicht ist das der Grund, warum Geoffrey Kendrick seine Äußerungen etwas abmildert und erklärt, dass „dies möglicherweise das letzte Mal ist, dass der Bitcoin unter 100.000 Dollar fällt”.