Das Handelspaar BTC/USD1 hat den Preis von Bitcoin am 24. Dezember kurzzeitig auf 24.000 Dollar auf der Plattform Binance getrieben. Was ist passiert und wie ist das möglich?
Das Paar BTC/USD1 stürzt auf 24.000 Dollar ab
Seit Mitte Dezember hat das World Liberty Financial (WLFI)-Projekt der Familie Trump die offizielle und „zentrale” Einführung seiner Stablecoin USD1 auf der Binance-Plattform angekündigt. Ein guter Schachzug für seine Sichtbarkeit, aber vor allem für seine Kapitalisierung, die laut der Website DefiLlama in den letzten 30 Tagen einen der stärksten Anstiege in den aktuellen Top 10 verzeichnet (17,30 %).
Eine Annäherung, die schnell mit der Begnadigung des symbolträchtigen Gründers dieser weltweit führenden Börse, Changpeng Zhao, im vergangenen Oktober in Verbindung gebracht wurde, umso mehr angesichts des Verdachts einer früheren Beziehung im Zusammenhang mit der Entwicklung dieser Stablecoin.
Wie dem auch sei, USD1 wird nun für bestimmte Handelspaare auf der Binance-Plattform in den Vereinigten Staaten verwendet, wie beispielsweise die Version BTC/USD1, die auf den Bitcoin-Kurs angewendet wird. Ein offensichtlich sehr volatiler Markt, da er den Preis von BTC am 24. Dezember von 87.600 auf 24.000 Dollar fallen ließ.

Ein plötzlicher und unwahrscheinlicher Rückgang von mehr als 70 %, der in keinem Zusammenhang mit der Realität des Bitcoin-Marktes steht, hat die Aufmerksamkeit einiger Händler im X-Netzwerk auf sich gezogen, zumal ein offensichtliches Risiko der Liquidation offener Positionen in diesem Handelspaar besteht.
Wie lässt sich dieser plötzliche Einbruch erklären?
Diese plötzliche und unerwartete Bewegung betrifft nur das Paar BTC/USD1. Tatsächlich hat kein anderes Handelspaar mit Bitcoin im gleichen Zeitraum einen ähnlichen Einbruch erlebt. Damit kann das Szenario eines BTC-Crashs ausgeschlossen werden, zugunsten eines eher internen Problems der Binance-Plattform.
In solchen Fällen bedeuten starke Kursrückgänge in der Regel eine zu geringe Liquidität auf dem betreffenden Markt, was zu einer unzureichenden Tiefe des Orderbuchs führt. Dies ist umso plausibler, wenn es sich um einen neuen Token handelt, der noch wenig gehandelt wird.
Dies kann auf eine Fehlfunktion der Plattform zurückzuführen sein, beispielsweise bei einer Ausweitung des Spreads – der Preisdifferenz zwischen Kauf und Verkauf – bei einem wenig liquiden Paar, was zu abnormalen Preisangaben führen kann, ohne dass dies eine tatsächliche Marktveränderung widerspiegelt.
Wie dem auch sei, dieses isolierte Ereignis gibt keinerlei Hinweis auf eine mögliche zukünftige Entwicklung des Bitcoin. Es nährt höchstens neue Vorbehalte hinsichtlich der Beziehung zwischen der Plattform Binance und dem World Liberty Financial-Projekt der Familie Trump.