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30 % des BIP: 7 Nobelpreisträger fordern Besteuerung französischer Milliardäre

by Michael

Sieben Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften haben gestern einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie Frankreich dazu auffordern, seine Milliardäre stärker zu besteuern. Diese würden 30 % des französischen BIP ausmachen, ein weltweit seltener Wert.

Französische Milliardäre laut Nobelpreisträgern für Wirtschaft nicht ausreichend besteuert

Der gestern in Le Monde veröffentlichte Aufruf wurde von mehreren Nobelpreisträgern für Wirtschaft unterzeichnet: Daron Acemoglu, George Akerlof, Abhijit Banerjee, Esther Duflo, Simon Johnson, Paul Krugman und Joseph Stiglitz. Sie erinnert an einige wichtige Daten: Die Superreichen zahlen im Vergleich zu Durchschnittssteuerzahlern vergleichsweise wenig Steuern: in Frankreich etwa 0,1 % ihres Vermögens:

Von Bernard Arnault bis Elon Musk haben Milliardäre niedrigere effektive Steuersätze als der Durchschnittssteuerzahler.

Die Nobelpreisträger betonen, dass amerikanische Milliardäre stärker besteuert werden als Franzosen, insbesondere aufgrund von Gesetzen, die sie daran hindern, Holdinggesellschaften zur Steuervermeidung zu nutzen. Daher sei es notwendig, dasselbe in Frankreich zu tun, so die Tribüne:

Eine stärkere Steuergerechtigkeit für Milliardäre ist nicht nur notwendig, sondern vor allem auch möglich.

Französische Milliardäre haben einen viel größeren Anteil am BIP als anderswo. In Frankreich machen sie 30 % des BIP aus, gegenüber durchschnittlich 14 % in anderen Ländern der Welt. Aus diesem Grund haben sich die Nobelpreisträger mit ihrem Aufruf zu einer höheren Besteuerung auf dieses Land konzentriert.

Dieser Aufruf erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, zu dem die „Zucman-Steuer”, die eine zusätzliche Besteuerung für sehr große Vermögen vorsah, vom Senat abgelehnt wurde. Sie sah die Einführung einer Steuer von 2 % des Vermögens für Personen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro vor. Sie hätte zwischen 15 und 25 Milliarden Euro pro Jahr einbringen können.

Die Nobelpreisträger für Wirtschaft plädieren daher für die Einführung einer ähnlichen Steuer und weisen darauf hin, dass es in anderen Ländern der Welt bereits entsprechende Initiativen gibt:

Dieses Projekt geht in die richtige Richtung. Im Jahr 2024 hat Brasilien das Thema auf die Tagesordnung der G20 gesetzt. Am 30. Juni kündigten Brasilien und Spanien ihre Absicht an, gemeinsam an einer Besteuerung der Superreichen zu arbeiten, und wurden schnell von Südafrika und Chile unterstützt.

Die Gegner des Gesetzesentwurfs, die eine Welle der Steuerflucht prophezeien, finden in dem Gastbeitrag eine Antwort: Die Nobelpreisträger halten die Befürchtungen für unbegründet:

Wie bei der Einführung der Einkommensteuer zu Beginn des 20. Jahrhunderts prophezeien die Gegner dieser Maßnahme vielfältige Katastrophen. Weder die historische Erfahrung noch die Wirtschaftswissenschaften geben ihnen Recht.

Dieser Aufruf unterstreicht jedenfalls die Bedeutung, die dieses Thema mittlerweile in der politischen Debatte einnimmt, während die Ungleichheiten weltweit und in Frankreich zugenommen haben. Nach Angaben des französischen Statistikamtes INSEE lag das Verhältnis zwischen den reichsten 20 % und den ärmsten 20 % im Jahr 2023 bei 4,5, einem Rekordwert seit 1996.

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