Unternehmen, die sich mit dem Mining von Bitcoin beschäftigen, erleben derzeit einen tiefgreifenden internen Wandel, der weitgehend mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz (KI) zusammenhängt. Diese veränderte Dynamik scheint sich unter den Branchenführern zu beschleunigen.
Bitcoin-Miner wenden sich der KI zu
Im Laufe der Jahre ist die mit der Bitcoin-Blockchain verbundene Mining-Branche immer wettbewerbsintensiver und anspruchsvoller in Bezug auf die Rechenleistung geworden, auch wenn es einigen Solo-Minern immer noch regelmäßig gelingt, ihren Block aus dem Spiel zu ziehen.
Eine Realität, die mit bestimmten Entwicklungen auf dem Kryptowährungsmarkt konfrontiert ist, wobei seit dem massiven Einstieg der traditionellen Finanzwelt, aber auch durch die gemeinsame Entwicklung der KI auf der Suche nach geeigneten Rechenzentren, weniger explosive und volatile Entwicklungen für den BTC-Kurs erwartet werden.
Diese Gleichung veranlasst einige Miner dazu, sich zu diversifizieren und einen Teil ihrer Rechenleistung für künstliche Intelligenz oder Hochleistungsrechnen (HPC) einzusetzen. Eine Realität, die mittlerweile 7 der 10 derzeit größten Mining-Unternehmen, also einen Anteil von 70 %, in Initiativen dieser Art involviert.

Der Miner TeraWulf scheint nach der Unterzeichnung von zwei 10-Jahres-Hosting-Verträgen mit dem auf Hochleistungs-Cloud-Computing spezialisierten Unternehmen Fluidstack über insgesamt 200 MW ein sehr aktiver Akteur dieses Wandels zu sein.
Ähnliche Initiativen wurden auch von Core Scientific, Cipher Mining, CleanSpark… und Marathon Digital gestartet, das den Großteil der Anteile an Exaion, der HPC- und Blockchain-Tochtergesellschaft von EDF, erworben hat.
Auf dem Weg zu einer umfassenden Umgestaltung des Sektors?
Vor diesem Hintergrund stellen die bereits betriebsbereiten und etablierten Mining-Infrastrukturen seltene und begehrte Rechenleistungsquellen dar, die weit über das BTC-Mining hinausgehen und langfristig stabilere und vorhersehbarere Einnahmen für KI oder HPC bieten.
Nach aktuellen Schätzungen – bei einem BTC-Kurs von 104.000 Dollar – liegt der durchschnittliche Ertrag pro MW Rechenleistung bei etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Dollar pro Jahr, gegenüber etwa 1,85 Millionen Dollar für KI-Hosting-Verträge. Das dürfte auch die größten Skeptiker überzeugen.
Eine Tatsache, die das Gesicht der Bitcoin-Mining-Industrie nachhaltig verändern könnte. Tatsächlich könnte die Hashrate der wichtigsten Akteure in diesem Bereich in den nächsten Jahren sinken, während gleichzeitig die Bewertung dieser Unternehmen aufgrund ihres wachsenden Engagements im KI-Sektor steigen könnte.
Trotz allem bleibt das Mining von BTC sehr lukrativ, und ein einfacher Anstieg seines Preises oder der von den Minern erhobenen Gebühren könnte schnell dazu führen, dass sich die bestehende Rentabilitätslücke gegenüber der KI verringert. Das Problem? Die Aussicht auf einen bedeutenden Bärenmarkt hängt wie ein Damoklesschwert über dem Markt und kann nicht ignoriert werden.