Der massive Einstieg institutioneller Anleger in den Bitcoin-Markt führt zu einer Veränderung seiner Entwicklungsdynamik. Und das aus gutem Grund: Die Akteure der traditionellen Finanzwelt sehen bereits das angekündigte Ende des BTC-Aufschwungs, während sich Privatanleger auf eine längere Phase einstellen. Wer wird sich durchsetzen?
Ein Bitcoin bei 130.000 Dollar in 3 bis 6 Monaten
Erlebt Bitcoin gerade seinen letzten Aufschwungzyklus nach dem Vorbild seiner früheren historischen Bull Runs? Diese Frage stellt sich angesichts des massiven Einstiegs institutioneller Anleger, der bereits 2021 von Analysten der Bank Goldman Sachs als „Schlüssel zur Schaffung einer gewissen Stabilität auf dem Markt” angekündigt wurde.
Diese Situation wird regelmäßig von der Analyseorganisation Glassnode in Zusammenarbeit mit dem institutionellen Bereich der Kryptowährungs-Handelsplattform Coinbase im Rahmen des vierteljährlichen Berichts „Charting Crypto” untersucht, der dieses Mal den Titel „Navigating Uncertainty” (Durch Unsicherheit navigieren) trägt.
Diese Umfrage wurde zwischen dem 17. September und dem 3. Oktober unter mehr als 120 institutionellen und privaten Anlegern weltweit durchgeführt, um Trends auf dem Kryptowährungsmarkt zu ermitteln, wie beispielsweise die weiterhin positive Prognose für den BTC-Kurs in den kommenden Monaten.
Ein Thema, bei dem sich institutionelle und private Anleger einig zu sein scheinen. Tatsächlich überwiegt der Optimismus mit einer großen Mehrheit von 67 % bei den institutionellen Anlegern und 62 % bei den Privatanlegern, die davon ausgehen, dass der BTC-Kurs in 3 bis 6 Monaten 130.000 Dollar erreichen wird.

Ende des Bullenmarktes oder Beginn eines neuen Bullenmarktmodells?
Eine Übereinstimmung der Ziele, die jedoch auf eine ganz andere Sichtweise hinsichtlich der Dynamik von Bitcoin über diesen nächsten historischen Höchststand hinaus stößt. Tatsächlich gehen Privatanleger insgesamt davon aus, dass dieser Anstieg Teil einer nachhaltigeren Aufwärtsdynamik sein wird, die nun vom vierjährigen Halving-Zyklus befreit ist.
Auf der anderen Seite sehen 45 % der institutionellen Anleger ein gemischteres Szenario, in dem der Bullenmarkt nach einem „letzten Aufschwung” bereits kurz vor einer Trendwende zum Bärenmarkt steht. Das größte Risiko für die kommenden Monate ist ganz klar – und zwar für beide Lager – die anhaltende makroökonomische Unsicherheit.
David Duong, Forschungsleiter bei Coinbase Institutional, bleibt jedoch optimistisch angesichts „solider Liquidität, eines günstigen makroökonomischen Umfelds und ermutigender regulatorischer Entwicklungen”. Dies ist eine Gelegenheit für Bitcoin, „die Markterwartungen zu übertreffen”.
Was die Geldpolitik angeht, erwarten wir, dass die US-Notenbank (Fed) in diesem Quartal zwei weitere Zinssenkungen vornehmen wird, was die Anleger dazu veranlassen könnte, einen Teil der derzeit in Geldmarktfonds angelegten 7 Billionen Dollar wieder zu investieren.
David Duong
Was die derzeitige Schwäche der Digital Asset Treasuries (DAT) angeht, so geht er davon aus, dass dieser Sektor „im kommenden Quartal weiterhin eine wichtige Nachfragequelle” darstellen wird. Dennoch räumt er ein, dass „das Investitionsumfeld nach wie vor komplex” ist, insbesondere angesichts des Shutdowns der US-Behörden.