Ethereum erlebt derzeit ein starkes Comeback bei den Anlegern und hat Bitcoin in den letzten Wochen sogar übertroffen. Wie lässt sich dieses deutliche Wiederaufleben des Interesses erklären?
Ethereum übertrifft Bitcoin in den letzten Wochen
Trotz seines jüngsten Rückgangs verzeichnet Ether (ETH) in den letzten Wochen einen deutlichen Aufwärtstrend. Seit seinem letzten lokalen Tiefpunkt im April unter 1.500 Dollar ist er um fast 200 % gestiegen und lässt Bitcoin mit einem Anstieg von 50 % im gleichen Zeitraum deutlich hinter sich.
Dies ist eine Gelegenheit für Ethereum, Bitcoin deutlich zu übertreffen. Eine Situation, die vor einigen Monaten angesichts der mangelnden Dynamik von ETH noch unwahrscheinlich schien, aber offensichtlich hat sich der Trend für diesen ewigen Zweiten im Kryptowährungssektor deutlich gewandelt.

Aus diesem Grund stellen Analysten diese bemerkenswerte Veränderung der Dynamik in Frage, die durch die Verabschiedung des GENIUS Act, eines Regulierungsrahmens für Stablecoins in den Vereinigten Staaten, erheblich beschleunigt wurde. Was hat das damit zu tun? Die starke Präsenz der Ethereum-Blockchain als Träger dieses Marktes für digitale Stabilität.
Ein wichtiger Fortschritt, den die Analysten von JP Morgan jedoch nicht als wesentlich für die Erklärung der aktuellen Situation ansehen. Tatsächlich haben sie gerade vier Gründe für den Erfolg von Ethereum genannt, angesichts eines beispiellosen Rekords von 5,4 Milliarden Dollar an Zuflüssen, die im Juli auf seinem Spot-ETF-Markt verzeichnet wurden und denen der Bitcoin-Spot-ETFs entsprechen.
Die vier Gründe für das Comeback von Ether (ETH)
Für die Analysten von JP Morgan hat das derzeitige wiederauflebende Interesse an Ethereum seinen Ursprung vor allem in den getroffenen oder erwarteten Entscheidungen der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC). Die erste davon betrifft insbesondere die als unmittelbar bevorstehend dargestellte Hoffnung, dass das Staking von ETH und die damit verbundenen Belohnungen einen Mehrwert für den Spot-ETF-Markt darstellen werden.
Der zweite Punkt dieser Analyse betrifft die deutliche Zunahme von Unternehmen, die beschlossen haben, Ether in ihren Kassen zu halten. Derzeit sind es 10 Unternehmen, deren Gesamtbestand an ETH bereits 2,3 % des verfügbaren Angebots ausmacht. Diese Strategie wird auch durch die Belohnungen für das Staking und andere Erträge aus der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) gefördert.
An dritter Stelle steht die jüngste Stellungnahme der SEC zum Thema Liquid Staking. Die Aufsichtsbehörde ist nämlich der Ansicht, dass diese Aktivität – und die damit verbundenen Token – nicht unter die Vorschriften für Wertpapiere (Securities) fallen. Dies ist eine wichtige Klarstellung, um institutionellen Anlegern den Einstieg in diesen Bereich zu ermöglichen.
Der letzte von den Analysten von JP Morgan angeführte Grund betrifft die kürzlich erfolgte Genehmigung der SEC für Rückkäufe in Form von Sachleistungen auf den Spotmärkten für Ethereum- und Bitcoin-ETFs. Dies ist eine Möglichkeit, „mehr Effizienz, geringere Kosten und eine höhere Marktliquidität (…) zu erreichen, indem der Bedarf an Liquidationen bei größeren Abhebungen durch Anleger verringert wird”.
Ein definitiv günstiges Umfeld für Ethereum, insbesondere angesichts dessen, was als deutlicher Entwicklungsrückstand gegenüber den jüngsten Fortschritten von Bitcoin dargestellt wird.