Seit Anfang 2026 ermöglicht Walmart seinen Kunden, über seine OnePay-App mit Bitcoin und Ethereum zu bezahlen. Der Einzelhandelsriese führt damit Kryptowährungen ein, unterstützt jedoch keine externen Wallets. Eine teilweise Integration, die auf gewisse Kritik stößt.
Walmart akzeptiert Bitcoin und Kryptowährungen
Laut dem US-amerikanischen Sender CNBC akzeptiert der Einzelhandelsriese Walmart seit Anfang des Jahres Zahlungen in Bitcoin und anderen Kryptowährungen.
Möglich wird dies durch die Erweiterung seines Zahlungsdienstes OnePay, der Ende 2025 in Zusammenarbeit mit Zerohash eingeführt wurde und nun direkte Bitcoin-Zahlungen an der Kasse umfasst.
OnePay ist die von Walmart entwickelte Finanzdienstleistungsplattform, die verschiedene Funktionen wie Mobile Banking, digitale Geldbörse, Prämien für Debitkarten und Zahlungsmanagement vereint.
Die über eine App zugängliche Plattform ermöglicht es Nutzern, ihre Finanzen im Blick zu behalten, Zahlungen zu tätigen, einfache Verwaltungstools für ihre täglichen Einkäufe zu nutzen und nun auch Kryptowährungen zu handeln.
BULLISH – CNBC berichtet, dass Walmart nun Bitcoin, Ethereum und Krypto-Zahlungen in seinen Filialen für seine 1 Milliarde monatliche Kunden akzeptieren wird. pic.twitter.com/43L4eCEyWd
— Altcoin Daily (@AltcoinDaily) 4. Januar 2026
Mit der neuen Funktion „OnePay Cash“ profitieren Nutzer von einem Kryptowährungs-Umrechnungsdienst: Kunden können nun mit Bitcoin bezahlen, wobei dieser beim Bezahlen automatisch in Dollar umgerechnet wird, was die Nutzung von Kryptowährungen im alltäglichen Einkaufsalltag erleichtert.
Dieser Service verfolgt mehrere Ziele, darunter die Bereitstellung von mehr Flexibilität für die 150 Millionen wöchentlichen Walmart-Kunden in den USA sowie für internationale Kunden, die mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen bezahlen und dabei Wechselkursgebühren sparen können.
Allerdings akzeptiert Walmart bereits seit 2021 Zahlungen in Bitcoin – allerdings nicht in den USA, sondern in El Salvador. Seit der Verabschiedung des „Bitcoin-Gesetzes“ durch die Regierung von Bukele akzeptieren große Unternehmen Zahlungen in BTC. Trotz der jüngsten Gesetzesänderungen setzt Walmart dies vor Ort weiterhin um.
Wahrscheinlich war es diese erste Erfahrung in El Salvador, die Walmart dazu veranlasst hat, den Schritt in größerem Maßstab zu wagen. Durch die Eigenentwicklung seiner Zahlungsinfrastruktur versucht das Unternehmen zudem, seine Abhängigkeit von Drittanbietern zu verringern.
Die Nachteile von Krypto-Zahlungen über OnePay
Auch wenn die Ankündigung von Walmart einen neuen Meilenstein bei der Einführung von Bitcoin im Einzelhandel darstellt, ist die über OnePay angebotene Integration noch lange nicht vollständig.
In der Praxis ist es nicht möglich, direkt mit einem externen Bitcoin-/Lightning-Wallet zu bezahlen. Um Bitcoin bei Walmart nutzen zu können, müssen Kunden derzeit zwingend OnePay Cash nutzen, ihr Guthaben auf die Plattform überweisen und der automatischen Umrechnung in US-Dollar zum Zeitpunkt der Zahlung zustimmen.
Dieser Vorgang beruht somit vollständig auf einem vertrauenswürdigen Dritten: Walmart selbst, unterstützt von seinem Partner Zerohash für die Krypto-Infrastruktur. Die Nutzer haben keine direkte Kontrolle mehr über ihre privaten Schlüssel, was jedoch eine wesentliche Voraussetzung für die durch Bitcoin ermöglichte finanzielle Souveränität ist.
Hier ist nicht mehr von „Self-Custody“ die Rede, sondern von einem zentralisierten Verwahrungsmodell, ähnlich dem von Banken oder traditionellen Börsenplattformen. In diesem Sinne ermöglicht OnePay den Verbrauchern nicht, frei zu entscheiden, wie sie ihre BTC ausgeben möchten.
Die Nutzung wird zwar vereinfacht, jedoch auf Kosten eines Verzichts auf die Grundprinzipien von Bitcoin: Unabhängigkeit, Vermittlerfreiheit und vollständige Kontrolle über die Gelder.