Wie viele andere Akteure aus dem traditionellen Finanzsektor interessieren sich auch die Banken Morgan Stanley und Bank of America für Stablecoins. Wie ist der aktuelle Stand ihrer Arbeiten?
Bank of America interessiert sich für Stablecoins
Seit Anfang des Jahres scheint das Thema Stablecoins eine entscheidende Wende genommen zu haben, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo Donald Trump den berühmten GENIUS Act verabschiedet hat. Im Laufe der Monate haben wir gesehen, wie zahlreiche Akteure den Sprung gewagt oder zumindest ihre Absicht bekundet haben, diesen Schritt zu tun.
Vor diesem Hintergrund bestätigt der jüngste Bericht von Reuters zu diesem Thema diese Dynamik.
Auf Nachfrage erklärte Brian Moynihan, CEO der Bank of America, dass Investoren in diesem Punkt mit Fortschritten rechnen könnten:
Wir glauben, dass die Branche und wir selbst Antworten haben werden. Wir haben hart daran gearbeitet. Wir versuchen noch, das Ausmaß der Situation zu erfassen, da an einigen Stellen die Kapitalbewegungen begrenzt sind. Sie können also davon ausgehen, dass wir alle reagieren werden, dass unser Unternehmen entsprechend handeln wird.
Solche Äußerungen zeigen zwar ein gewisses Interesse, bleiben jedoch hinsichtlich eines möglichen Zeitplans, der all dies konkretisieren würde, besonders vage.
Für Brian Moynihan geht es der Bank of America zunächst darum, die Nachfrage ihrer Kunden zu ermitteln, die bislang noch relativ gering ist. So erklärt er, dass die Bank „zum richtigen Zeitpunkt” eine Stablecoin einführen werde, wahrscheinlich im Rahmen einer Partnerschaft. Dieser letzte Punkt erinnert an unsere Meldung vom Mai dieses Jahres über eine mögliche Annäherung zwischen JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo im Hinblick auf eine hypothetische Stablecoin.
Morgan Stanley prüft ebenfalls die Frage, aber alles muss noch konkretisiert werden
Parallel dazu äußerte sich Sharon Yeshaya, Finanzdirektorin von Morgan Stanley, mehr oder weniger ähnlich über die Bank:
Wie zu erwarten, diskutieren wir dies aktiv. Wir untersuchen die Landschaft […] und die potenziellen Einsatzmöglichkeiten für unsere eigene Kundschaft. Aber es ist noch zu früh, um sich dazu zu äußern, insbesondere was das Geschäft angeht, das wir im Vergleich zu unseren Mitbewerbern betreiben, und welche Rolle eine Stablecoin spielen würde.
Auch hier wird das Thema also noch geprüft, und wir müssen abwarten, um mehr zu erfahren.
Was die konkreten Fortschritte in diesem Sektor angeht, so ist festzustellen, dass der Markt für Stablecoins heute mit 264,54 Milliarden Dollar bewertet wird. An der Börse setzt Circle seine positive Dynamik fort und wird heute mit über 53 Milliarden Dollar bewertet, was einem Anstieg von 238 % seit seiner Einführung am 5. Juni dieses Jahres entspricht.
Auf institutioneller Seite verzeichnet der BUIDL-Fonds von BlackRock und Securitize eine Kapitalisierung von 2,82 Milliarden Dollar. Nach einem sehr starken Anstieg seit März stagniert der Fonds seit Mai und versucht sogar einige Ausstiege.