Steht eine historische Übernahme bevor? Perplexity könnte den Chrome-Browser übernehmen, wenn man einem überraschenden Angebot glaubt, das diese Woche veröffentlicht wurde. Im Gegenzug könnte dies Google von einem heiklen Problem befreien. Was ist bisher bekannt?
Perplexity will Chrome von Google kaufen
Das KI-Startup Perplexity ist auf Online-Suche und die Bereitstellung zuverlässiger Daten spezialisiert. Und es hat große Ziele: Es will den Browser Chrome von Google kaufen. Dafür ist es bereit, eine enorme Summe zu zahlen: 34,5 Milliarden Dollar.
Perplexity hat derzeit einen Wert von 18 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Wall Street Journal hat das Unternehmen Google eine Absichtserklärung mit seinem Angebot zukommen lassen. Perplexity hat außerdem erklärt, dass mehrere große Investmentfonds an dem Projekt interessiert sind, wodurch es die beträchtliche Summe aufbringen könnte.
Perplexity bietet eine Suchmaschine zum Auffinden von Informationen, ähnlich wie Google. Das Unternehmen stellt auch einen LLM-Assistenten zur Verfügung, der mit den Nutzern kommuniziert. Die Übernahme eines Giganten wie Chrome wäre daher sehr vorteilhaft für die Entwicklung des Unternehmens, das seinen Platz in einem besonders gesättigten KI-Ökosystem finden muss.
Ein Angebot, das Google entlasten würde?
Wenn Google bereit wäre, eines seiner Aushängeschilder abzugeben, dann nur, weil es dazu gezwungen ist. Das Unternehmen wurde nämlich von der amerikanischen Justiz wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung angeklagt. Ihm wird insbesondere vorgeworfen, Chrome zum Nachteil seiner Konkurrenten begünstigt zu haben, was weitreichende rechtliche Konsequenzen haben könnte.
Das US-Justizministerium hat sich in die Angelegenheit eingeschaltet und den Richter aufgefordert, Google zum Verkauf seines Browsers zu zwingen. Die Entscheidung steht zwar noch aus (sie wird für diesen Monat erwartet), doch der Druck auf den Tech-Giganten ist groß. Der Verkauf von Chrome an Perplexity könnte Google also einen Dorn aus dem Auge ziehen.
In den letzten Jahren sind die Gesetzgeber strenger gegen wettbewerbswidrige Praktiken vorgegangen: Der Gigant Google wurde mehrfach in die Mangel genommen. Perplexity will daher die Lücke nutzen, wie das Unternehmen gegenüber der BBC bestätigte:
Dies ist ein wichtiges Engagement für das offene Internet, für die Wahlfreiheit der Nutzer und für die Kontinuität für alle, die sich für Chrome entschieden haben.
Perplexity verpflichtet sich, die Suchmaschine von Google als Standard zu beibehalten und über zwei Jahre 3 Milliarden Dollar zu investieren. Sollte eine Einigung erzielt werden, wäre dies eine kleine Revolution: Chrome gehört seit seiner Gründung im Jahr 2008 zu Google.