Eine Woche, drei wichtige Gesetze. Die Vereinigten Staaten bereiten sich darauf vor, diese Woche über Gesetzesvorlagen abzustimmen, die alle die Kryptoindustrie betreffen. Um welche Gesetze handelt es sich und was ist zu erwarten?
Die drei Gesetze der „Crypto Week“ in den Vereinigten Staaten
Die Trump-Regierung als kryptofreundlich zu bezeichnen, ist mittlerweile eine Untertreibung: Nach einer eher zurückhaltenden Biden-Regierung hat die Regierung eine Kehrtwende vollzogen. Und diese Woche werden in Washington drei weitreichende Gesetze diskutiert.
Zunächst muss das Repräsentantenhaus über den „GENIUS Act” abstimmen, also das Gesetz zur Regulierung privater Stablecoins. Private Unternehmen werden künftig offiziell zur Ausgabe von Stablecoins berechtigt sein, was einer Welle von Vermögenswerten bei großen US-Unternehmen Tür und Tor öffnet.
Die einzigen Einrichtungen, die von der Regulierung durch den GENIUS Act ausgenommen sind, sind der Präsident und der Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Dieser Schachzug hat bereits Kritik seitens der Opposition hervorgerufen – man erinnere sich, dass die Familie Trump derzeit ein Stablecoin-Projekt verfolgt.
Clarity Act und Anti-CBDC Surveillance State Act
Die beiden anderen Gesetze, die diese Woche geprüft wurden, betreffen eher US-amerikanische Institutionen. Der „Digital Asset Market Clarity Act” klärt, wie der Name schon sagt, die Zuständigkeiten der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Mehrere Regulierungsmaßnahmen werden künftig von der CFTC übernommen, während die SEC weniger Einfluss auf die Akteure der Kryptoindustrie haben wird. Genauer gesagt müssen Kryptowährungen, die als „ausgereift” gelten, nicht mehr dem Howey-Test unterzogen werden und werden direkt von der CFTC überwacht. Die SEC wird weiterhin Erstemissionen von Anlageprodukten beaufsichtigen, die Aufsicht über Börsen und Broker jedoch ihrer Nachbarbehörde überlassen.
Das andere wichtige Gesetz, das diese Woche diskutiert wurde, ist der Anti-CBDC Surveillance Act. Dieses Gesetz, das von den Republikanern stark unterstützt wird, soll die US-Notenbank Federal Reserve daran hindern, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) auszugeben.
Die Befürworter dieses Gesetzes sind der Ansicht, dass CBDCs erhebliche Risiken für die Überwachung der Bürger mit sich bringen, die bei Stablecoins nicht bestehen. Zur Erinnerung: Die Vereinigten Staaten sind eine der wenigen großen Volkswirtschaften, die derzeit keine Pläne für eine CBDC haben.
Diese Kryptogesetze folgen grundlegenden Trends in den Vereinigten Staaten: Öffnung für Stablecoins, Ablehnung von CBDCs, Deregulierung oder zumindest Lockerung der Vorschriften für Akteure in diesem Sektor.
Die „Crypto Week” wurde von der Opposition heftig kritisiert und als „Corruption Week” bezeichnet. Die Verbindungen zwischen Donald Trump und Kryptowährungen wurden angeprangert, und die größere Nachsicht gegenüber Krypto-Unternehmen lässt für die kommenden Jahre Exzesse befürchten.
Dennoch treibt die Trump-Regierung ihre Regulierung voran. Die Vereinigten Staaten entwickeln sich zu einem rechtlichen Experimentierfeld für Kryptowährungen, das die Branche in den kommenden Jahren zweifellos prägen wird.