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Fed: Risiko einer „hawkischen Zinssenkung” für Bitcoin

by Michael

Die US-Notenbank trifft sich am 9. und 10. Dezember vor dem Hintergrund, dass die Erwartungen einer Zinssenkung eine zentrale Rolle bei der jüngsten Volatilität der Kryptowährungen und anderer Märkte spielen. Eine Diskrepanz zwischen den Markterwartungen und den neuen Prognosen der Fed könnte den Verkaufsdruck wieder anfachen.

Eine genau beobachtete Sitzung

Am 9. und 10. Dezember treffen sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank ein letztes Mal in diesem Jahr, um die Geldpolitik zu aktualisieren – eine angesichts der jüngsten Volatilität entscheidende Entscheidung für risikoreiche Anlagen, darunter auch Kryptowährungen. Ein Großteil der Turbulenzen der letzten Wochen lässt sich durch die veränderten Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen sowie durch den jüngsten Druck auf risikoreiche Anlagen erklären, der durch deren Abwärtskorrektur verursacht wurde.

Quelle: TradingView / Tageschart des S&P 500 und Bitcoin

Auf dem Weg zu einer Abkühlung der Märkte in Erwartung der Fed

Die implizite Wahrscheinlichkeit einer weiteren Senkung um 25 Basispunkte im Dezember ist von über 90 % Ende Oktober auf etwa 30 % am 20. November gesunken, nachdem die Inflationsdaten widerstandsfähiger als erwartet ausgefallen waren und Jerome Powell bei der letzten Sitzung eine abwartende Haltung eingenommen hatte. Dieses Szenario hat jedoch in den letzten Tagen dank der akkommodierenden Äußerungen mehrerer einflussreicher Mitglieder der Zentralbank, darunter John Williams und Christopher Waller, wieder an Glaubwürdigkeit gewonnen.

Die Wahrscheinlichkeit ist somit wieder auf etwa 80 % gestiegen, was zu einer starken Erholung der risikoreichen Anlagen geführt hat. Der S&P 500 machte seine Verluste wieder wett und schloss den November mit einem leichten Plus, während der Kurs des Bitcoin (BTC) dank einer Erholung von über 10 % seinen Rückgang auf etwa 15 % reduzierte.

Es ist nun unwahrscheinlich, dass sich diese Wahrscheinlichkeit von 80 % bis zur Sitzung wesentlich ändern wird, da keine wichtigen makroökonomischen Daten und keine Reden von Fed-Mitgliedern auf dem Programm stehen. Was das Risiko-Ertrags-Verhältnis angeht, erscheinen diese Erwartungen nun relativ hoch angesichts der Argumente, die Jerome Powell im Oktober für eine Beibehaltung der Zinsen vorgebracht hat und die nach wie vor uneingeschränkt gültig sind.

Seit der letzten Sitzung lag die Inflation über den Erwartungen und bleibt etwa 1 Prozentpunkt über dem Ziel der Fed, während die jüngsten Beschäftigungszahlen keine nennenswerte Verschlechterung zeigen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit war vor allem auf den Eintritt neuer Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt zurückzuführen.

Die Prognosen der Fed für 2026 werden ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein

Neben der Zinsentscheidung werden auch die neuen Wirtschaftsprognosen, die bei dieser vierteljährlichen Sitzung veröffentlicht werden, eine wichtige Rolle spielen. Jedes Mitglied des Ausschusses legt seine Prognosen für Wachstum, Inflation und Zinsen für die nächsten drei Jahre vor. Der Vergleich mit den Prognosen vom September wird für die Märkte entscheidend sein, insbesondere für das Jahr 2026. Im September rechnete der Ausschuss nur mit einer weiteren Senkung um 25 Basispunkte im Jahr 2026, während die Märkte derzeit mindestens zwei erwarten. Bleibt der Ausschuss bei seinen Prognosen vom September, könnte der Verkaufsdruck auf risikoreiche Anlagen schnell zurückkehren.

Die besonders zu beachtende Zahl wird die „Median”-Prognose für den „Federal Funds Rate” im Jahr 2026 sein.

Meiner Meinung nach sind die Risiken auf den Märkten kurzfristig eher nach unten gerichtet. Damit die Fed am 10. Dezember eine echte Stütze für risikoreiche Anlagen sein kann, müsste sie die aktuellen Erwartungen übertreffen, d. h. ihre Zinsen um 25 Basispunkte senken und mindestens zwei weitere Zinssenkungen für das nächste Jahr ankündigen. Das wahrscheinlichste Szenario scheint mir jedoch eine „hawkische Zinssenkung” im Dezember zu sein, d. h. eine Senkung, die mit einem entschlossenen Ton und weitgehend unveränderten Prognosen gegenüber denen vom September einhergeht. Die neuen Prognosen werden auf dieser Seite verfügbar sein.

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