Es war eine harte Nacht für die US-Aktienmärkte, die von negativen Aussichten erschüttert wurden. Die Kryptowährungen folgten diesem Trend und verzeichneten in den letzten Stunden starke Einbrüche. Was ist los?
Einbruch an der Wall Street in der Nacht
In der Nacht wurden die US-Aktienmärkte besonders stark erschüttert. Der S&P 500 erlitt in weniger als zwei Stunden einen Kapitalverlust von 1,5 Billionen Dollar. Der Index, der die großen amerikanischen Unternehmen abbildet, verlor innerhalb von hundert Minuten 15 Milliarden Dollar pro Minute.
Das Ergebnis: Der S&P 500 schloss mit einem Minus von 1,56 %, der Nasdaq mit einem Minus von 2,15 %.
Der Dow Jones, der durch die Ergebnisse von Nvidia beflügelt wurde, konnte seinen Rückgang auf 0,84 % abmildern.
Blutbad bei den Kryptowährungen
Der Rückzug der Anleger aus „risikoreichen” Anlagen war auch bei den Kryptowährungen zu beobachten, die ihren Absturz in der Nacht nicht aufhalten konnten. Der Kurs von Bitcoin (BTC) verlor in den letzten 24 Stunden 8,8 %, während Ethereum (ETH) 10,3 % einbüßte. Die größte Kryptowährung nähert sich der psychologischen Schwelle von 80.000 Dollar, nachdem sie vor drei Tagen die 90.000-Dollar-Marke überschritten hatte:

Unter den Top 10 sind die größten Verlierer SOL von Solana und Dogecoin (DOGE), die beide um 11 % gefallen sind. Die Gesamtkapitalisierung der Kryptowährungen ist seit gestern um 8,4 % eingebrochen.
Unter den Top 50 der Kryptowährungen kann nur eine einen Anstieg verzeichnen: Zcash (ZEC). Die anonyme Kryptowährung, die in den letzten Wochen sehr beliebt war, hat seit gestern 3,6 % zugelegt.
Ausblick und nächste Schritte
Die Entwicklung der Kryptowährungen in den nächsten Tagen wird von mehreren Signalen seitens der institutionellen Anleger abhängen. Die ETFs verzeichneten diese Woche einen deutlichen Rückgang. Der Bitcoin-ETF von BlackRock verzeichnete beispielsweise vor zwei Tagen einen Rekordtagesrückgang und verlor 523 Millionen Dollar.
Dies passt zu einem Szenario, in dem sich die Anleger auf Vermögenswerte umpositionieren, die als weniger riskant gelten. Dies umso mehr, als die US-Notenbank immer mehr Signale für eine Verzögerung sendet.
Sie hat darauf hingewiesen, dass der Arbeitsmarkt schwächelt… Aber ohne dass es zu einer raschen Verschlechterung kommt. Mit anderen Worten: Eine rasche Senkung der Zinsen zur Stützung der Beschäftigung scheint nicht geplant zu sein. Die Inflation bleibt weiterhin über 2 %, einer Schwelle, oberhalb derer die Federal Reserve keine Zinssenkung in Betracht zieht.
Das Umfeld scheint also auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends für Kryptowährungen hinzudeuten, in einer politisch und wirtschaftlich weiterhin angespannten Lage in den Vereinigten Staaten.