Am 6. Oktober 2025 erreichte Bitcoin einen neuen Höchststand bei rund 126.000 Dollar. Seitdem sind sich die Analysten uneinig: Ist der nach dem Halving im April 2024 begonnene Aufwärtszyklus bereits zu Ende? Hier ist die technische Analyse von Vincent Ganne zu BTC.
Ein Zyklus, der im zeitlichen Durchschnitt liegt, nicht mehr
Die Analyse des Rhythmus früherer Zyklen liefert interessante Anhaltspunkte. Im Durchschnitt variiert der Zeitraum zwischen einem Halving und dem Ende des Zyklus zwischen 526 und 546 Tagen. Der Höchststand von 2025 trat jedoch 534 Tage nach dem von 2024 ein, was fast genau diesem Durchschnitt entspricht.
Betrachtet man die Gesamtdauer des Zyklus – etwa 1.438 Tage seit dem vorherigen Höchststand –, so entspricht auch diese den Zyklen von 2016 und 2020, deren Dauer ähnlich war.
Aus zeitlicher und statistischer Sicht ist das Szenario eines bereits erreichten Bitcoin-Höchststands somit schlüssig: ein Zyklus im zeitlichen Durchschnitt mit einer insgesamt sehr durchschnittlichen Performance. In absoluter Dauer beträgt dieser 1055 Tage, wenn der Zyklus am vergangenen Montag, dem 6. Oktober, endete, also etwas weniger als die beiden vorangegangenen Zyklen.
Eine nach wie vor solide Marktstruktur, solange die wichtigen Unterstützungslinien halten
Aus technischer Sicht ist der grundlegende Aufwärtstrend jedoch noch nicht in Frage gestellt. Der Bitcoin-Kurs bewegt sich weiterhin über seinem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt, einer historisch entscheidenden Schwelle zur Unterscheidung zwischen Bullen- und Bärenmärkten.
In früheren Marktphasen bestätigte das Durchbrechen dieses gleitenden Durchschnitts den Bärenmarkt. Derzeit liegt diese Unterstützung in der Nähe des aktuellen Preisniveaus, sodass der technische Schlusskurs dieser Woche von entscheidender Bedeutung sein wird.
Eine große aufsteigende Trendlinie, die von den Tiefstständen des Jahres 2024 ausgeht, konvergiert ebenfalls auf denselben Preisbereich. Solange diese Struktur erhalten bleibt, kann die aktuelle Phase eher als eine Pause im Aufwärtstrend denn als eine dauerhafte Trendwende interpretiert werden.
Ein deutlicher Durchbruch dieser wichtigen Unterstützungslinien wäre hingegen die endgültige Bestätigung dafür, dass sich BTC seit dem Stand von 126.000 Dollar am Montag, dem 6. Oktober, tatsächlich in einem Bärenmarkt befindet.
Fazit: Ein Höchststand ist möglich, aber noch nicht bestätigt
Zusammenfassend lässt die Chronologie des Zyklus vermuten, dass der Höchststand dieses Bullenlaufs bereits erreicht worden sein könnte. Allerdings gibt es noch keine wesentlichen technischen Signale, die eine endgültige Trendwende bestätigen.
Solange Bitcoin den Bereich zwischen 98.000 und 100.000 Dollar hält, bleibt der langfristige Trend positiv. Erst bei einem deutlichen wöchentlichen technischen Durchbruch unter den gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt würde der Markt tatsächlich in eine Phase eines längeren Rückgangs eintreten.