Bereitet sich Frankreich darauf vor, auf den Zug der digitalen Innovation aufzuspringen, indem es das Prinzip der Tokenisierung in seine Agenda für künftige Prioritäten aufnimmt? Darauf deutet die jüngste Pressemitteilung der AMF zur Einrichtung einer strategischen Arbeitsgruppe hin, die sich mit Innovation und der Tokenisierung des Finanzsektors befassen soll.
Die AMF, die Banque de France und die Finanzverwaltung befassen sich mit dem Thema Tokenisierung
Wenn es eine Innovation im Zusammenhang mit dem Kryptowährungssektor gibt, die seit einiger Zeit für Gesprächsstoff sorgt, dann ist es die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) und ihre Fähigkeit, die Grenzen des traditionellen Finanzwesens neu zu definieren – seien diese nun technischer oder einfach nur struktureller Natur.
Tatsächlich betrifft dieses auf der Blockchain basierende Digitalisierungsprinzip zahlreiche aktuelle Wirtschaftssektoren, sei es der Immobiliensektor, Aktien oder auch Schatzanweisungen, was zu einem Wertanstieg von über 400 % seit Anfang 2025 geführt hat.
Weiterführende Informationen – Was ist Tokenisierung und welche Branchen verändert sie?

Die Entwicklung des Tokenisierungssektors beschleunigt sich
Eine Entwicklung, die in den Vereinigten Staaten bereits weitgehend berücksichtigt wird: So kündigte der Vorsitzende der SEC, Paul Atkins, im vergangenen Dezember an, dass die Tokenisierung des US-Marktes innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen soll. Dies dürfte andere Länder dazu motivieren, sich mit diesem brisanten Thema auseinanderzusetzen, wie beispielsweise Frankreich über die Finanzmarktaufsichtsbehörde (AMF).
Diese nationale Aufsichtsbehörde hat nämlich gerade eine offizielle Mitteilung zur Einrichtung einer „Strategiegruppe für Innovation und die Tokenisierung des Finanzwesens“ in Zusammenarbeit mit der Banque de France und der Generaldirektion des Finanzministeriums veröffentlicht.
Um den Beitrag der Distributed-Ledger-Technologie zur Verbesserung der Finanzierung der französischen und europäischen Wirtschaft zu fördern, hat sich die von den drei Behörden koordinierte strategische Gruppe zum Ziel gesetzt, konkrete Projekte zu identifizieren und die Einführung dieser Technologie zu erleichtern.
AMF
„Die Risiken identifizieren, die eine zu langsame Einführung dieser Technologien mit sich bringen würde“
Konkret verfolgt diese strategische Gruppe das Ziel, „eine breite und effiziente Einführung der Tokenisierung“ innerhalb des „Ökosystems des Finanzplatzes (Emittenten, Investoren, Finanzintermediäre und Infrastrukturanbieter)“ zu erleichtern, indem konkrete Anwendungsfälle identifiziert werden, wie beispielsweise:
- Die Einführung eines tokenisierten Vermögenswerts für die private Abwicklung (tokenisierte Einlagen und Stablecoins);
- Die Tokenisierung des Marktes für Finanzinstrumente;
- Blockchain-basierte Geschäftsmodelle für Finanzmärkte;
- Die Entwicklung tokenisierter Fonds.
Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Initiativen wird die Gruppe zudem das Ziel verfolgen, die Risiken zu identifizieren, die eine zu langsame Einführung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzplatzes oder sogar für die finanzielle Souveränität der Union mit sich bringen würde.
AMF
Diese Arbeiten zielen auch darauf ab, die Einführung einer interbankären digitalen Zentralbankwährung (CBDC) – einer sogenannten „Großwährung“ – in Euro zu begleiten, die für Herbst 2026 geplant ist, und gleichzeitig einen Beitrag zur deutsch-französischen Arbeitsgruppe zum Thema tokenisierte Finanzen zu leisten, die im vergangenen Januar von den Wirtschafts- und Finanzministern angekündigt wurde.