Während die Befürchtungen vor einer großangelegten Ölkrise zunehmen, bombardiert der Iran weiterhin die Straße von Hormus. Angesichts dessen haben mehrere Organisationen die Freigabe von Ölreserven angekündigt, während in Frankreich die Forderungen nach einer staatlichen Subventionierung der Kraftstoffkosten immer lauter werden. Ein Überblick an diesem Donnerstag.
Die Straße von Hormus weiterhin im Visier, Ölversorgung eingeschränkt
Diese Woche wurden mehrere Schiffe von iranischen Angriffen in der Straße von Hormus getroffen, dem wichtigsten Versorgungsweg für Öl aus dem Nahen Osten. Der Iran nimmt dieses Gebiet weiterhin ins Visier und setzt dabei insbesondere Minenleger ein. Zur Erinnerung: 20 % bis 25 % der weltweiten Ölproduktion werden über die Straße von Hormus transportiert.
Die großen Weltwirtschaften richten ihren Blick auf die Meerenge und versuchen, die Durchfahrt wieder freizugeben. Donald Trump bekräftigte seine Drohungen gegen iranische Streitkräfte, die versuchen sollten, die Meerenge zu verminen, während Emmanuel Macron den Einsatz militärischer Eskorten forderte, um die Versorgung wieder in Gang zu bringen. Derzeit bleibt die Situation festgefahren.

Die Zahl der Schiffe, die täglich die Straße von Hormus passieren, ist gesunken
Der Krieg im Nahen Osten und die Unterbrechung der Lieferungen haben den Preis für ein Barrel Brent in die Höhe schnellen lassen. Dieser erreichte am Montag, dem 9. März, 120 Dollar und liegt heute noch bei 96 Dollar. Die Preise an den Tankstellen folgten diesem Trend: Ein Liter Diesel kostete diese Woche an vielen Tankstellen mehr als 2 Euro.
Vorübergehende Freigabe von Ölreserven
Angesichts dieser kritischen Lage haben 32 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den Notreserven angekündigt, um die Versorgungsengpässe auszugleichen. Der US-Energieminister kündigte seinerseits an, dass die Vereinigten Staaten ab nächster Woche 172 Millionen Barrel freigeben würden.
Die Freigabe dieser Reserven hat eher symbolischen Charakter: Weltweit werden täglich mehr als 100 Millionen Barrel Öl verbraucht. Dies entspricht jedoch etwa zwanzig Tagen der durch die Straße von Hormus exportierten Mengen. Die Hoffnung ist daher, dass diese Frist die Beendigung des Krieges ermöglicht, bei dem die Gefahr eines Festfahrens groß ist.
Vorübergehender Preisrückgang an den Tankstellen und Aufrufe zur Finanzierung
An diesem Mittwoch kündigten in Frankreich die Verantwortlichen der Supermarktketten Leclerc und Coopérative U Verhandlungen mit den Raffinerien an, um die Preise an den Tankstellen zu senken. Bis zum Wochenende dürften an den Tankstellen Preissenkungen von 30 Cent pro Liter zu verzeichnen sein. Eine vorübergehende Senkung, die jedoch die Geldbeutel der Franzosen entlasten dürfte.
Angesichts des Preisanstiegs wurden erneut Forderungen nach Hilfsmaßnahmen für die Franzosen laut. Doch bislang lehnt das Finanzministerium diese Idee entschieden ab: Die Regierung erwägt vielmehr, die Gewinnspannen zu begrenzen. François Villeroy de Galhau, der Gouverneur der Banque de France, vertrat zudem die Ansicht, dass das Land schlichtweg nicht über die Mittel verfüge, um die Kraftstoffkäufe der Franzosen zu subventionieren:
Wir haben kein Geld mehr. […] Die wirkliche Lösung auf lange Sicht besteht darin, unsere Energieunabhängigkeit zu erlangen.
Am 13. Tag des von den USA und Israel ausgelösten Krieges richten sich die Blicke daher weiterhin auf den Nahen Osten.