Der Bitcoin-Kurs steht zu Beginn dieser Woche unter geopolitischem Druck, doch aus technischer Sicht ist die jährliche Erholungsphase noch nicht hinfällig, solange die Unterstützung bei 90.000 Dollar hält. Lesen Sie die Analyse von Vincent Ganne.
Bitcoin unter geopolitischem Druck
Der Bitcoin-Kurs erholt sich seit Jahresbeginn mühsam, wobei die Erholung bei 98.000 Dollar ihren Höhepunkt erreichte, bevor es aufgrund der nach wie vor massiven geopolitischen Spannungen zu einem Rückgang kam. Dennoch befindet sich der BTC seit Ende November letzten Jahres in einem Aufwärtstrend, doch dieser ist langsam, holprig und im Vergleich zur Entwicklung von Gold und Silber im Edelmetallsegment nicht besonders leistungsstark.
Was den Zeitpunkt betrifft, ist dieses erste Quartal 2026 sehr gut mit dem „Dead-Cat-Bounce“ vergleichbar, der durch den „Bärenmarkt“ des vorangegangenen Zyklus im Jahr 2022 geprägt war. Sollte dieser Vergleich weiterhin zutreffen, ist es wahrscheinlich, dass die Erholung von BTC noch nicht abgeschlossen ist. Dazu ist es unerlässlich, die Unterstützung bei 90.000 Dollar zu halten.
Diese Woche ab Montag, dem 19. Januar, ist fundamental gesehen sehr ereignisreich; BTC dürfte sich technisch gesehen bald entscheiden. (Geopolitische Entwicklungen rund um Grönland, Weltwirtschaftsforum in Davos, bei dem Trump eine Rede halten soll, US-PCE-Inflationsdaten und der Clarity Act).
Hier sind meine technischen Beobachtungen, die mich daran glauben lassen, dass es bis Ende Februar zu einer weiteren Erholung kommen wird – solange die Unterstützung bei 90.000 Dollar hält:
- Sollte sich das Muster des „Dead Cat Bounce“ (oder der „Bear Market Rally“) aus dem vorangegangenen zyklischen Bärenmarkt wiederholen, dürfte Bitcoin im Februar in der Lage sein, seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (d. h. 105.000 $) zu erreichen;
- Die globale Liquidität als „Leading Indicator“ behält bis März eine günstige Tendenz bei;
- Das Momentum (die jährliche Veränderungsrate) dieser globalen Liquidität hat gerade ein neues Hoch erreicht; dies war seit dem Tiefpunkt Ende 2022 stets ein zukunftsweisender bullischer Faktor für BTC.

=
Eine „Bear-Market-Rally“, die noch nicht vorbei ist
Aus rein technischer Sicht lässt die aktuelle Marktstruktur trotz hoher Volatilität weiterhin eine Fortsetzung der Erholungsbewegung zu. Bitcoin bewegt sich in einem kurz- bis mittelfristigen Aufwärtskanal mit einer Abfolge von steigenden Tiefst- und Höchstständen seit Mitte Dezember. Solange die Unterstützung bei 90.000 Dollar (der gleitende 50-Tage-Durchschnitt) hält, besteht für BTC eine gute Wahrscheinlichkeit, seine Winterrally fortzusetzen.
Historisch gesehen hat der Markt in Phasen eines „Dead Cat Bounce“ oft versucht, zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt zurückzukehren, bevor er sich entweder für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung oder für ein Scheitern entschied, gefolgt von einer neuen Korrekturphase, um den zyklischen Bärenmarkt zu beenden.
Zudem bleibt die Korrelation mit der globalen Liquidität ein Schlüsselelement für die makroökonomische Einschätzung. Die historisch beobachtete zeitliche Verzögerung zwischen den Tiefpunkten des Wachstums der globalen Geldmenge und den Tiefpunkten von Bitcoin deutet darauf hin, dass der Kryptomarkt in den kommenden Wochen noch von Rückenwind profitieren könnte. Solange diese Liquidität weiter zunimmt und die wichtige Unterstützung bei 90.000 Dollar gehalten wird, bleibt das Szenario einer Fortsetzung des „Dead Cat Bounce“ in Richtung der 100.000–105.000-Dollar-Marke bis Ende Februar glaubwürdig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Umfeld zwar weiterhin fragil, aus technischer Sicht jedoch konstruktiv bleibt, und der Markt scheint sich nach wie vor eher in einer noch nicht abgeschlossenen Phase der technischen Erholung zu befinden als in einer unmittelbaren Abwärtswende.